Die Fahrt im Nachtbus war wenig spaßig. Auch wenn es nur etwa 300 Kilometer waren, dauerte die Fahrt 8 Stunden. Die Straße war mal mehr und mal weniger gut befestigt und man kam wenig erholt in Lago Agrio um etwa 7 Uhr morgens an. Ich vermute etwa 2 Stunden geschlafen zu haben, Dietrich wohl gar nicht.
Dann musste man weitere 3 Stunden totschlagen. Insgesamt kann man sagen, dass der Reiseverlauf nicht ideal kommuniziert wurde. In dieser Zeit aßen wir Frühstück und ein Amerikaner saß bei uns. Dietrich diskutierte Flüchtlingspolitik und Gesundheitssystem mit ihm aus. Das Frühstück war in Ordnung.
Es gab viele Touranbieter und in regelmäßigen Abständen kam einer von ihnen durch das Restaurant und fragte, ob man zu ihm gehöre. Irgendwann fanden auch wir unsere Person, mussten jedoch noch länger warten, bis unsere Fahrt losging.

Um etwa 10 Uhr war es dann soweit, doch die Fahrt war nur von kurzer Dauer. Ein paar Minuten später waren wir am Flughafen von Lago Agrio und warteten dort bestimmt eine weitere Stunde bis es dann von dort weiter ging.

Es folgten zwei weitere Stunden Fahrt bis wir am Ausgangspunkt des Flusses waren. Man kann zusammenfassend sagen, dass der Nachtbus eher ein Fail war. Durch die langen Wartezeiten brachte es nichts, da man nicht früher da war und man hätte erwägen können mit dem Flugzeug zu kommen.

Am Ausgangspunkt angekommen hat man erstmal Mittagessen bekommen. Das war ganz gut und das Gepäck wurde auf die Boote verladen.

Dann fuhr man mit dem Boot den Cuyabeno, einen Fluss der später mal in den Amazonas mündet, entlang. Um einen herum ist es extrem grün und ziemlich urwaldig.

Man kann verschiedene Tiere sehen. Häufig haben wir Affen gesehen. Diese waren auch ziemlich aktiv drauf, sprangen zwischen den Bäumen umher und wirkten zufrieden. Feinde haben sie nur, wenn sie ins Wasser fallen oder manche Schlangen.

Wir konnten auch verschiedene Vögel und Schmetterlinge sehen, deren Namen habe ich jedoch vergessen. Man muss aber schon nach den Tieren Ausschau halten. Ein Highlight waren auch die rosafarbenen Delfine. Die Farbe konnte man nicht wirklich erkennen, da man nur kurz ihre Schnauze sehen konnte als sie auftauchten. Aber wir glauben mal dem Guide.

Gegen Ende des Trips konnte man auch ein Faultier im Baum sehen. Es war nicht sonderlich aktiv und wirkte nicht so, als ob unsere Präsenz es irgendwie interessieren würde.

Die letzte halbe Stunde wurde dann mit maximaler Geschwindigkeit zur Lodge gefahren. Diese ist ziemlich schick. Es ist eine Lichtung wo mehrere Holzhütten stehen. Diese bieten jedoch nur Schutz vor Regen, denn sie sind nicht von der Außenwelt abgeschlossen. In der Hütte sind zwei Betten mit Mosquito-Netzen.

In der Zwischenzeit war es schon dunkel geworden und es stand noch ein Nachtspaziergang auf dem Programm. Dieser war ein ziemliches Highlight. Obwohl es den ganzen Tag lang nicht geregnet hatte, war es so nass, dass man teilweise bestimmt 25 Centimeter in den Boden eingesackt ist. Für diesen Zweck hat man auch Gummistiefel geliehen bekommen. Es ist halt auch einfach ein krasses Gefühl durch einen richtigen Urwald ohne befestigte Wege zu laufen.
Tiere konnte man mit der Taschenlampe nicht viele erkennen. Wir haben eine Echse, ein paar Spinnen und einen Tausendfüßler gesehen. Letzteren hatte ich sogar auf meiner Hand. Als er sich gefährlich nah an meinen Sweatshirt-Ärmel machte, fiel er mir jedoch hin.
Gegen 8 Uhr gab es dann Abendessen. Es bestand aus Suppe, einem Hähnchengericht mit Popcorn und Bananenchips, sowie einem Pfannkuchen als Nachtisch.
Nun sind wir nach dieser kurzen Nacht zuvor sehr erschöpft. Morgen stehen weitere Dschungelaktivitäten an. Man hat hier auch kontuinuierlich Tiergeräusche.

Hasta Luego!