Heimkehr

Der erste Flug mit Copa Airlines von Quito nach Panama verlief planmäßig. Da es schon Nachmittag war und wir aus Kostengründen kein Mittagessen im Flughafen gegessen haben, waren wir sehr froh, als man an Bord einen Burger bekommen hat. Der war auch lecker.

In Panama hatten wir dann zwei Stunden Aufenthalt. Um an das Gate für unseren Flug zu kommen musste man wieder durch eine Sicherheitskontrolle, was verwirrend gemacht war. Unsere in Quito erworbenen Wasserflaschen gingen erneut verloren.

Dann hatten wir krasses Glück. Wir vermuten es lag daran, dass wir in Quito als Allererste eincheckten, denn ohne dafür bezahlen zu müssen saßen wir in der Premium Economy Class von Lufthansa. Wir waren uns am Anfang nicht sicher, ob da nicht vielleicht ein Fehler vorlag und jede Person, die an und vorbei lief, brachte ein kleines bisschen Erleichterung.

Es blieben noch zwei weitere Plätze in der Premium Economy Class frei und Lufthansa versuchte diese noch nach dem Boarding als Upgrade zu verkaufen. Dafür hätten die 450 Euro pro Platz verlangt. Wir bekamen es umsonst.

Man fühlte sich leicht dekadent. Das Entscheidende war, dass man sehr viel Beinfreiheit hatte. Man bekam außerdem vor dem Start nochmal ein Glas Saft, die Bildschirme am Platz waren größer und das Besteck war aus Metall und nicht aus Plastik. Man fühlte sich auch einfach wichtiger.

Nach dem Abendessen versuchten wir auch beide zu schlafen, was uns auch recht gut gelang. Ich würde sagen, dass ich etwa 6 Stunden schlief und Dietrich ging es ähnlich.

Wir kamen pünktlich in Frankfurt an und haben nach Einreise und Gepäck abholen auch direkt den Airliner bekommen und uns auf den Weg nach Darmstadt gemacht.

Um 15 Uhr wurden wir dann von Elisabeth an der Haltestelle abgeholt und sind jetzt sehr hungrig.

Adios amigos!

Tag 22: Rückflug

Da uns wohl eine Nacht mit weniger Schlaf bevorsteht, haben wir versucht maximal auszuschlafen. Mir gelang es bis 8 Uhr, Dietrich stand bereits unter der Dusche. Wir gingen zum Frühstück und hauten nochmal voll rein.

Im Zimmer wurden dann die Sachen gepackt und gewartet. Es lief Rugby im Fernsehen.

Um 10:45 Uhr wurden wir abgeholt und zum Flughafen in Quito gefahren. Dort mussten wir auf den Check In warten.

Wir waren als erste in der Schlange und man lies uns auch ausreisen. Dietrich versuchte eine Wasserflasche, in Hoffnung auf lappige Sicherheitskontrollen, durchzuschleusen, doch er scheiterte. Nun warten wir noch etwa 2 Stunden am Gate, bis es weiter geht nach Panama.

Hasta luego!

Tag 21: Flug nach Quito

Auch wenn wir heute deutlich länger hätten schlafen können, waren wir schon um 6 Uhr wach. Wir gammelten noch in unserem Zimmer und sind dann um 7 Uhr zum Frühstück gegangen. Es stellte sich heraus, dass wenn man Spanisch spricht, eine größere Auswahl hat, Duolingo lies uns aber im Stich.

Ich lief noch zum Supermarkt um ein eventuell nicht stattfindendes Mittagessen durch Snacks zu ersetzen. Ich wurde auch fündig. Wir packten unsere letzten Sachen und waren dann um 9:30 Uhr bereit für die Fahrt zum Flughafen.

Am Hafen von Santa Cruz wartete eine Frau auf uns, die uns durch die Fähre und die Busfahrt zum Flughafen nach Baltra schleuste. Wir checkten ein und erfuhren dabei, dass unser Flug 2 Stunden Verspätung haben soll. Wir machten es uns also im Food Court gemütlich.

Während wir auf den Flug warteten kackte mir ein Vogel auf den Kopf. Es passte zur Gesamtstimmung.

Ein wenig Adrenalin kam noch auf, als der Flug dann doch nur 90 Minuten Verspätung hatte. Dies wurde nicht über die Monitore angezeigt, sondern lediglich undeutlich durchgesagt. Es war schon eher der “Last Call“ bei dem wir das Flugzeug betraten.

Wir hatten Glück, denn wir bekamen einen Platz in der Reihe mit den Notausgängen. Es gab also viel Beinfreiheit. Der Flug verlief wieder über Guayaquil und um kurz nach 18 Uhr landeten wir in Quito. Dort verlief alles reibungslos.

Wir wurden wieder von Oliver abgeholt und durch den Feierabendverkehr von Quito gefahren. Als wir am Hotel angekommen sind, waren wir schon sehr hungrig.

Wir sind nochmal zum Libanesen gegangen und waren sehr zufrieden mit der Mezze, die wir uns als Abschlussessen gönnten. Ich hatte noch ein sehr leckeres Eis mit Baklava-Stückchen und Wallnüssen. So ließen wir den Tag ausklingen.

Morgen startet dann unsere lange Heimreise um 15:11 Uhr Ortszeit und wir landen einen Tag später um 13:25 Uhr Ortszeit in Frankfurt.

Hasta luego!

Tag 20: Tauchen und Isla Santa Cruz

Heute klingelte um 6 Uhr der Wecker. Dietrich und ich frühstückten gemeinsam, was wieder nicht ganz ideal getimed war. Ich zog mir das Essen schnell hinein und verlies dann das Hotel und lief zum Tauchanbieter. Unsere Tage verliefen seperat…

Patricks Tag:

Um 7 Uhr traf ich beim Tauchanbieter ein und auch drei andere Leute waren bereits da. Eine Französin stand nicht auf der Liste für die Tauchgänge, was anfänglich für große Verzweiflung sorgte. Am Ende kamen aber alle beim Hafen an. Dort konnte man einen Schwarm Blaufußtölpeln sehen, die alle gemeinsam ins Wasser stürzten und dort Fische jagten. Es war wie eine Schrotflinte bestehend aus Vögeln.

Wir waren insgesamt 10 Taucher und die Französin, die einen Einführungstauchgang machen wollte. Wir fuhren auf einem Segelschiff, dass jedoch ausschließlich durch Motor bewegt wurde.

An Bord wurde dann die Erfahrung abgefragt und da stand ich jetzt nicht total alleine da. Viele waren im einstelligen Bereich was Tauchgänge betraf und hatten die selbe Lizenz wie ich. Die Leute die in die fortgeschrittene Gruppe eingeteilt wurden hatten dann an den Tagen zuvor in Galapagos getaucht.

In meiner Gruppe waren wir zu viert. Eine deutsche Ärztin, die auch mein Buddy war und ein Vater mit ecuadorianischen Wurzeln, der jedoch in Darmstadt wohnt und sein Sohn.

Beim Equipment habe ich dann festgestellt, dass Thailand nun schon mittlerweile drei Jahre her ist. Wie man ganz genau die Schläuche legt und was man nochmal überprüfen muss wusste ich nicht mehr genau. Man half mir aber.

Man ging in ein Schlauchboot, wo man dann auch die Ausrüstung anlegte und dann lies man sich ins Wasser fallen. Die erste Tauchstelle war Seymour. Technisch hatte ich schon das Gefühl die Sache im Griff zu haben. Das Abtauchen erfolgte zwar frei und ohne Seil, doch mit dem Druck hatte ich eigentlich keine Probleme. Während des Tauchgangs sahen wir auch einen Hai, der in einer Felsspalte ruhte und ganz viele Fische.

Spannend wurde es dann, als recht heftige Strömung kam. Man wurde richtig mitgerissen und konnte selbst mit Flossen beim Gegenanschwimmen kaum die Position halten. Es wurde auch immer stärker und erreichte irgendwann den Punkt, wo man selbst wenn man sich an kleineren Felsen, die am Boden lagen, festhielt, nicht mehr die Position halten konnte. Auch der Guide hatte Probleme. Wir brachen den Tauchgang nach etwa 20 Minuten bei einer maximalen Tiefe von 12 Metern dann ab.

Beim Einstieg in das Schlauchboot konnte man dann nochmal seine besondere Sportlichkeit unter Beweis stellen. Gewichte und Sauerstoffflasche legte man noch im Wasser ab und dann warf man sich bauchlängs auf den Rand des Bootes und robte rein, während der Fahrer einem die Flossen auszog.

An Bord gab es ein paar Snacks und dann fuhr man zu Daphne Minor. Die Fahrt dauerte wieder etwa eine Stunde.

Beim zweiten Tauchgang hatte man die Technik dann auch besser im Griff. Ich lies mir mehr Gewichte geben, sodass ich mehr Spiel mit der Luft in der Weste hatte.

Der zweite Tauchgang war auch viel schöner. Man tauchte an einer Felswand die leicht bewachsen war und wo es viele Fische gab. Welche es jetzt immer genau waren kann ich auch nicht sagen. Es gab einen ganz lustigen, der sehr lang und dünn war. Auch etwas, dass man für einen Clownfisch halten könnte, haben wir gesehen. Im Videostudium des Tauchgangs konnten wir auch einen Mantarochen sehen. Live ist er uns aber entgangen. Es ist ein bisschen schade, dass wir keine Schildkröten oder Seelöwen gesehen haben, aber es war insgesamt doch lohnend. Der Tauchgang endete nach 25 Minuten und einer maximalen Tiefe von 20 Metern.

An Bord gab es dann Mittagessen. Es war Thunfisch mit Reis und Gemüse. Alles in allem sehr lecker. Wir fuhren zurück zum Hafen und von dort wieder in die Stadt.

Es gibt einen Punkt, etwa 20 Kilometer von Puerto Ayora wo an jedem Tag das Wetter schlagartig dreht, von Sonnenschein auf Nebel. Es war bislang an jedem Tag der Fall.

Ein witziger Moment kam noch an einer Polizeikontrolle. Ich vermute am Ausgang des Nationalparkgeländes gibt es ein Häuschen, wo in den letzten Tagen jedoch nie ein Polzist drinnen gesessen hat. Heute dann schon. Martin, unser Guide, saß, da das Auto voll war, auf der Ladefläche des Pick Ups. Dies war nicht erlaubt. Er wurde einige Kilometer vor der Stadt einfach zurück gelassen.

In der Stadt versuchte ich dann Kontakt mit meinem Vater aufzunehmen…

Dietrichs Tag:

Nachdem Patrick zum Tauchen gegangen war, suchte ich mir im Lonely Planet ein paar Insel Highlights heraus. Zunächst besuche ich die Charles-Darwin-Forschungsstation, die knapp 15 Minuten außerhalb der Stadt zu Fuß gut erreichbar ist. Auf dem Weg dahin könnte ich einen Seelöwen im Fischgeschäft beobachten.

In der Station werden insbesondere Schildkröten-Aufzuchten gezeigt. Es wurde das Beispiel einer Landschildkrötenart von der Insel Española beschrieben, von denen in den 60ern noch 14 Tiere existierten, davon gerade noch 2 Männchen. Jetzt beträgt der Bestand wieder 2000 Tiere und Pedro, ein strammer Kerl von 100 Jahren, hat 800 Nachkommen.

Es war auch recht putzig, die Gehege mit den Kleinen zu sehen, die dann im Alter von 3-4 Jahren ausgewildert werden…

Anschließend besuchte ich zwei kleinere Strände, wo ich einige Meeresechsen sehen konnte. Dann machte ich noch einen Abstecher zu einer Lagune, die von Mangroven eingesäumt ist.

Anschließend musste ich erstmal Energie im Hotel auftanken. Mittags machte ich eine Wanderung zur Tortuga Bay, einem tollen Sandstrand knapp 3 Kilometer außerhalb, der nur zu Fuß oder per Boot erreichbar ist. Dort war hoher Wellengang und deshalb Baden verboten, was wohl häufig der Fall ist. Kurz danach, nach der Beobachtung einiger Meeresechsen und Pelikane, kam ich dann aber zu einer geschützten Bucht, wo auch einige Leute badeten und man sich sogar kleine Kajaks mieten könnte. Ich ruhte mich etwas aus, machte mich dann auf den Heimweg, bis sich Patrick meldete, der wieder in der Stadt war…

Gemeinsamer Abend:

Wir trafen uns um 16:45 Uhr wieder am Eingang von unserem Hotel. Wir duschten beide und wollten dann die Videoaufnahmen von meinen Tauchgängen kaufen. Es war mitlerweile bestimmt schon 18 Uhr, doch Martin war offensichtlich noch nicht im Büro angekommen. Die SD-Karte war nämlich noch nicht da.

Dietrich und ich gingen also in der Zwischenzeit zu Abend essen. Er hatte Fish & Chips, ich hatte ein Sandwich.

Um 19:30 Uhr war Martin dann am Shop. Wie ich von ihm erfuhr, musste er den nicht sehr regelmäßigen Bus nehmen. Man hätte ihn natürlich mit dem Auto nochmal einsammeln können.

Mitlerweile ist Dietrich sehr erschöpft und auch ich habe eine leichte Bettschwere. Morgen fliegen wir nach Quito und einen Tag später dann nach Deutschland.

Hasta luego!

Tag 19: Isla Seymour

Der heutige Tag begann um 6 Uhr. Wir aßen schnell Frühstück, was organisatorisch zu optimieren wäre und standen dann kurz vor 7:20 Uhr am vereinbarten Treffpunkt. Sonst war niemand da. Die Stimmung war kurz leicht angespannt, doch dann trafen wir andere Leute, die auch auf dieselbe Tour warteten. Es wurden vom Anbieter drei unterschiedliche Zeiten für den Treffpunkt herausgegeben und der letztlich richtige war dann 7:50 Uhr.

Mit dem Bus fuhren wir dann zum Hafen von Santa Cruz und dann mit der “Queen Karen“ los. Mit uns an Bord war eine deutsche Familie, wo uns vor allem die Mutter als stark lappig aufgefallen ist. Während des üblichen Small Talks fand sie die Gelegenheit uns über jedes Detail ihres unglaublichen Urlaubs aufzuklären, zu erwähnen das Friedrichshafen eine tolle Stadt, ZFG ein toller Arbeitgeber mit guter Bezahlung und generell einfach alles super ist. Ihre Tochter stand vor ein paar Wochen auch in einem Tennisfinale. Sie selbst hatte von der Universität von Georgia ein Tennisstipendium. Dietrich nutzte die Gelegenheit und erzählte, dass er früher beim Katermaran segeln andauernd gekentert ist. Ihrer Tochter wird dies bei der anstehenden Segelfreizeit natürlich nicht passieren.

Das Schiff war sehr schön und auch größer als gestern. In einer Stunde waren wir bei der Isla Seymor angekommen und beim Gang an Land gleich mal fast direkt über einen Seelöwen gefallen, der neben den Stufen lag.

Die Insel war komplett anders als die Isla Bartolome. Hier gab es richtig viele Tiere. Am Anfang dominierten die Seelöwen, wo wir auch einige mit ihren Jungen gesehen haben.

Ein weiteres Highlight war der Blaufußtölpel. Um den Weibchen zu signalisieren was er für ein toller Vater er ist, tut das Männchen seine Füße sexy bewegen, um zu beweisen, dass er auch beim Brüten helfen kann und großes Feingefühl hat.

Eine besonders süße Szene war, als ein Junges nach Essen geschrien und seine Mutter die ganze Zeit angebettelt hat. Sie hatte aber kein Essen.

Wenn gefüttert wird, versuchen andere Vögel auch immer das Essen zu stehlen. Auch das konnte man in Action sehen.

Die Fregattvögel waren auch sehr interessant. In der Paarungszeit plustern sich die Männchen auf und hoffen auf ein Weibchen.

Wenn sich dann ein Weibchen zu ihnen gesellt, fangen sie an ein Nest zu bauen. Die Männchen bringen dann die Zweige und die Frauen bauen sie ein. Erst dann wird sich fortgepflanzt.

Es gab auch einige Echsen auf der Insel. Man merkt einfach, dass hier noch nie Tiere gejagd wurden, denn der Mensch wird nicht als Feind betrachten und alles spielt sich wenige Meter von einem entfernt ab.

Zum Abschluss wurde das ganze noch mit einem Seelöwen abgerundet. Es war nur magisch!

Zurück an Bord gab es Mittagessen. Es war überraschend gut und bestand aus Thunfisch mit Gemüse und Salat. Wir fuhren zu einem Strand auf Santa Cruz, wo wir dann an Land gingen.

Der Strand und die Landschaft waren wie aus einem Werbeprospekt. Es war unglaublich schön. Man konnte auch Spuren von Schildkröten sehen.

Wir sahen auch eine Wasserechse, die im seichten Gewässer schwamm und dann an Land ging. Ein chinesisches Kind, welches Dietrich als verhaltensgestört bezeichnete, verfolgte sie. Es war latent lappig.

Mein persönlicher Favorit waren die Flamingos, die auf der Insel lebten. In einer Art Teich, ein paar Meter vom Meer, standen sie in typischer Flamingoart.

Wir konnten auch noch eine Schildkröte im Wasser sehen. Von Land aus war es jedoch nur halb beeindruckend.

Wir zogen Schnorchelausrüstung an und gingen ins Wasser. Im Vergleich zu gestern hat man jedoch weniger gesehen.

Es gab auch den gelegentlichen Fischschwarm und auch immer mal wieder ein paar größer Fische, doch es war im Vergleich einfach weniger.

Wir verbrachten etwas Zeit im Wasser, bis wir dann wieder zurück an Bord geholt wurden. Der Transport in die Stadt verlief reibungslos und um etwa 16 Uhr waren wir beim Hotel.

Die Neoprenanzüge brachten wir noch schnell zurück und dann wollte ich noch meine Tauchtour fest machen. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie nun doch zu einer Stelle fuhren, die Erfahrung erfordert. Das schwulte stark an. Auf dem Weg durch die Stadt fand ich aber noch eine andere Agentur, die auch auf Unerfahrene eingestellt war. Dort werde ich es morgen angehen. Die 20 Dollar Anzahlung werden in den Gesamtkosten des Urlaubs untergehen.

Zum Abendessen kauften wir in einem Supermarkt Käse und Brot. Dietrich gönnte sich eine Flasche ecuadorianischen Wein. Die Auswirkungen auf sein Schnarchverhalten werden sich heute Nacht herausstellen.

Hasta luego!

Tag 18: Isla Bartolome

Auf den Galapagos Inseln gibt es eine andere Zeitzone, als auf dem Festland. Diesen Umstand hat Dietrichs Handy jedoch nicht mitbekommen und so waren wir eine Stunde zu früh wach.

Beim Einchecken haben wir gesagt, dass wir das Frühstück etwas früher bräuchten, doch diese Info ist anscheinend nicht in die Küche durchgedrungen. Nach Nachfragen gab man uns dann ein Sandwich mit, sodass wir um 6:50 Uhr bereit waren und auf unsere Tour warteten.

Beim Transfer zum Hafen gab es leichte Verzögerungen, weil der Koch nicht kam, doch das Personal auf dem Schiff scheint vielseitig zu sein. Wir waren insgesamt 16 Leute.

Wir fuhren mit dem Schiff Adriana. Santa Cruz ist die Hauptinsel, auf der auch unser Hotel ist. Die anderen Inseln sind die, welche man mit dem Boot ansteuert. Diese sind jedoch mehrere Stunden Fahrzeit entfernt.

Wir fuhren zunächst an Daphne Island vorbei. Es ist wie ein einziger riesiger Vulkankrater. Die Insel war ziemlich karg, einige Vögel nisteten jedoch dort.

Während der Fahrt konnte man Wasserschildkröten und Mantarochen sehen. Sie schwammen einfach im Meer.

Auch einen Seehund konnten wir beim Sonnen beobachten. Er lag auf einer Schifffahrtsmarkierung.

Die Fahrt zur Isla Bartolome dauerte etwa 2:30 Stunden. Der Seegang war minimal und der Katermaran glitt über das Wasser. Ich habe mir die Galapagos Inseln auch etwas anders vorgestellt. Diese Insel hatte in der Trockenzeit kaum Vegetation. Sie war vulkanischem Ursprungs.

Als wir an Land kamen, konnte man ganz viele Krebse sehen. Sie waren einfach in der Nähe der Stufen. Auch Pelikane gab es, die auch ins Wasser stürzten und Fische fingen.

Es ist schon spürbar, dass die Touristenzahlen hier niedriger sind. Man kam sich deutlich alleiner vor.

Man bestieg über einen hölzernen Weg den Gipfel. Von dort bot sich eine tolle Aussicht. Unser Guide Luis erklärte auch immer wieder Sachen und war ganz lustig.

Das krasse Highlight kam dann im Anschluss. Wir gingen an den Strand der Insel und konnten dort schnorcheln. Noch während wir unsere Ausrüstung organisierten, konnte man einen Pinguin sehen.

Im sandigen Bereich war es zunächst etwas ernüchternd, doch als man dann die Felsen absuchte, sah man ganz viele Fische. Auch in größeren Mengen.

Während ich einen Fischschwarm begleitete kam auf einmal ein Hai angeschwommen. Das war absolut magisch. Da bei den Fischen keine totale Panik ausbrach, blieb auch ich relativ ruhig.

Man sah auch etwas, dass mit Fantasie ein Clownfisch sein könnte. Es war absolut beeindruckend.

An einer späteren Stelle bekam man noch einen Hai zu sehen. Am Anfang hat er in einer Felsspalte geruht, schwamm dann aber später davon.

Zurück an Bord gab es Mittagessen. Es bestand aus Hühnchen und Kartoffelbrei. Dann begann die Rückfahrt.

In der Zwischenzeit hat der Seegang deutlich zugenommen. Als eine Amerikanerin von Bord gekotzt hat, war ich zunächst heldenhaft und habe ihr eine Tablette gegen Reiseübelkeit angeboten, dann haben Dietrich und ich auch noch selbst eine genommen. Wir waren schon darauf bedacht, den Horizont möglichst im Blick zu behalten.

In Santa Cruz angekommen fuhren wir dann wieder mit dem Bus zur Stadt. Unser Hotelrestaurant ist eher amateurmäßig geführt, denn man wollte uns aus nicht geklärten Gründen kein Essen verkaufen. Wir fanden eine andere Adresse.

Nach dem Abendessen war ich noch auf der Suche, ob ich irgendwo meinen Tauchschein sinnvoll anwenden kann. Der erste Anbieter meinte, dass die Orte die sie am Mittwoch ansteuern, zu viel Strömung für jemanden mit begrenzter Erfahrung wie mich haben, konnte mir aber einen anderen Anbieter nennen. Dessen Geschäft hatte zwar schon zu, aber der Kapitän des Schiffes aß im Restaurant gegenüber zu Abend und für 20 Dollar Pfand stehe ich jetzt vorläufig auf der Liste für die Tauchgänge am Mittwoch. Morgen muss ich es noch final klären. Mal abwarten, ob ich vielleicht nur verarscht wurde.

Jetzt sind wir ziemlich erschöpft und morgen geht es wieder früh los auf eine andere Insel.

Hasta luego!

Tag 17: Vamos Galapagos

Der Tag begann mit einem kleineren Schreck. Dietrich und ich überhörten den Wecker und hatten somit nur 10 Minuten um unsere Sachen zu packen. Relativ pünktlich schafften wir es jedoch und beim Auschecken bekamen wir sogar ein Frühstück zum mitnehmen.

Die Fahrt zum Flughafen verlief flüssig und um 6:30 Uhr waren wir da. Man musste einen ersten Teil der Gebühr für die Galapagos Inseln verrichten, in Höhe von 20 Dollar.

Als wir einchecken wollten kamen Probleme auf. Anscheinend war bei meinem Ticket nicht meine Reisepassnummer angegeben. Da man es bei der Ticketbuchung ja zwingend angeben muss, sahen wir den Fehler jedoch nicht bei uns. Vielleicht war es auch Dietrichs Plan, mich hier loszuwerden.

Beim Ticketschalter von Tame konnte man gegen eine Gebühr von 11 Dollar die Sache korrigieren lassen. Beim zweiten Mal beim Check-In händigte man mir dann den Boarding Pass aus.

Auf dem Flug hielten wir kurz in Guayaquil zwischen. Wir blieben die ganze Zeit im Flugzeug sitzen, aber ein paar andere Passagiere stiegen ein und aus. Neben uns auf dem 3er Platz, mit stark mittelmäßiger Beinfreiheit, saß ein besonders unruhiger Ecuadorianer. Er versuchte sich die ganze Zeit über neben seine Frau zu setzen, was ihm nicht gelang, doch am Ende des Prozesses saß er auf einem anderen Platz nicht neben seiner Frau. Dietrich und ich hatten also mehr Beinfreiheit.

Die Einreise auf die Galapagos Inseln hat einen anderen Flair. Mehrfach muss man versprechen, keine Früchte oder Samen einzuführen. Nachdem man weitere 100 Dollar gezahlt hat, wurden dann die Hunde auf das Gepäck losgelassen. Minutenlang versuchen sie, verbotene Substanzen zu erschnüffeln. Dann durfte man sich seinen Koffer holen.

Beim Herausgehen aus dem Terminal wurden wir von David, unserem Guide für den Tag, eingesammelt. Mit einem Bus fuhren wir zum kleinen Hafen von Baltra, von wo wir nach Santa Cruz übersetzten. Die ersten Eindrücke waren leicht ernüchternd. Es war recht karg. Ein paar erste Leguane konnten wir aber sehen.

In Santa Cruz begann dann unsere Erkundung. Als erstes fuhren wir zu zwei Kratern. In ihnen war mal Magma drinnen und als es zu kleineren Vulkanausbrüchen kam, ist der Boden weggebrochen.

David war ein leicht anstengender Guide. Er war an manchen Stellen ein wenig zu witzig und die genaue botanische Einteilung von Pflanzen hat für mich jetzt auch nicht die ultimative Bedeutung. Zum Beispiel gibt es eine Pflanze, die in der selben Familie wie der Löwenzahn ist, halt aber gar nicht so aussieht. Das war verzichtbares Wissen. Ohne Erklärungen hätte man ähnlich viel mitgenommen.

Wir fuhren weiter. Was interessant war, ist das Teile der Hauptinsel auch landwirtschaftlich genutzt werden. In einem dieser Bereiche, gab es einen Ort, wo ganz viele Schildkröten gelebt haben.

Die Tiere dürfen weder gefüttert werden, noch irgendwie an diesem Ort künstlich gehalten werden, doch auf recht kleiner Fläche lebten bestimmt 100 Schildkröten. In der Paarungszeit gehen die schwangeren Schildkrötenweibchen in die trockenere Zone der Insel, legen dort ihre Eier und kehren dann wieder zurück. Dafür brauchen sie 3 Monate.

Was dem Inder die Kuh ist, ist hier die Schildkröte. Immer mal wieder auf und neben der Straße sah man welche.

Wir aßen auch dort zu Mittag. Anfangs waren wir wegen der Preise besorgt, doch das Mittagessen war in der Reise enthalten. So wurde man etwas entspannter. Die Kosten hier sind doch deutlich höher, als auf dem Festland.

Nach den Schildkröten fuhren wir zu einem Lavatunnel. Hier liefen und krabbelten wir durch. Der Tunnel ist durch Lava bei einem Ausbruch entstanden.

Wir fuhren zum Hotel. Hier organisierte Dietrich ein zweites Bett, sodass wir die Nächte etwas weniger romantisch verbringen können. Das Hotel ist sonst sehr schön.

Wir liefen noch durch die Stadt und mieteten uns für morgen Neoprenanzüge. Außerdem sind wir noch eine Pizza essen gegangen.

Morgen müssen wir wieder früh bereit sein und um 6:50 Uhr schauen wir uns eine andere Insel an und gehen wohl auch schnorcheln.

Hasta luego!

Tag 16: Casa Museo Guayasamin

Heute morgen frühstückten wir um 7:45 Uhr. Oliver kam während des Frühstücks an, wir checkten zügig aus und waren um 8:30 Uhr auf dem Weg nach Quito. Die Fahrt war zügig und nach etwa zwei Stunden waren wir am Ziel. Im Hotel mussten wir kurz warten bis unser Zimmer bereit war, doch es war wenig dramatisch.

An unserem dritten Tag hier in Quito musste man dann etwas kreativer mit dem Programm werden. Wir machten den Auftakt im “Casa Museo Guayasamin“. Oswaldo Guayasamin gilt als der bedeutendste Künstler Ecuadors im 20. Jahrhundert. Er lebte in Quito und hatte nach seinem Tod 1999 sein Haus in ein Museum umgewandelt.

Wir machten eine Führung mit, die ganz interessant war. Er portraitierte z.B. Fidel Castro drei Mal. Sein Haus war ziemlich riesig. Er hatte auch eine Sammlung präkolumbianischer Artefakte. Begraben ist er unter einer Eiche in seinem Garten.

Viel interessanter war die “Capilla del Hombre“, die Kapelle der Menschen. Es war ein Projekt, welches er kurz vor seinem Tod begonnen hat. Sie steht unmittelbar neben seinem Haus und ist auch ziemlich riesig.

Ihn hat gestört, dass es für Götter, deren Existenz nicht bewiesen ist, Kirchen und Tempel gebaut wurden, aber es nichts in dieser Art für den Menschen gibt. Er wollte die kompletten Hallen mit extra gemalten Bildern ausfüllen, doch war durch seinen Tod nur in der Lage fünf zu malen. Nach seinem Tod ergänzten seine Kinder den Rest mit von ihm gemalten, aber wo anders ausgestellten Bildern.

Insgesamt war er ein sehr politischer Künstler. Viele seine Gemälde handelt von den Ungerechtigkeiten während Diktaturen in verschiedenen südamerikanischen Ländern. Sie waren recht blutig und expressionistisch.

Auch ein religiöses Gemälde hat er nachgemalt, jedoch jeden religiösen Bezug entfernt. So betete Maria nicht neben ihrem toten Sohn, sondern trauerte nur. Dies sollte es menschlicher und realistischer machen.

Nach diesen Ausstellungen fuhren wir zum botanischen Garten. Als Mittagessen hatten wir einen Tiefkühlburito. Es war zumindest Nahrung.

Der botanische Garten selbst war, nachdem man ja in Dschungel und Regenwald war nur mittelmäßig beeindruckend. Man hat es einfach schon besser gesehen.

Von dort startete eine Serie kleiner bis mittelmäßiger Fails. Als erstes wollten wir in den Präsidentenpalast. Laut Lonely Planet war dies auch möglich, doch die Öffnungszeiten hatten sich verändert, sodass wir zu spät waren.

Dann wollten wir in ein Museum zur Stadtgeschichte. Zunächst hatte der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes leichte Probleme nicht vollkommen trunken vor Macht zu werden. Dann war alles auf Spanisch.

Anhand der verschiedenen Wachsfiguren waren wir in der Lage eine mögliche Geschichte zu konstruieren. Wir vermuten, dass sie von Spanien unabhängig werden wollten, in einer Reihe von heimlichen Treffen eine Verfassung vorbereitet haben, diese dann beschlossen haben und die Bemühungen dann von den Spaniern blutig niedergeschlagen wurden. Genau wissen tun wir es aber nicht.

Als nächstes gingen wir in ein ehemaliges Kloster. Nachdem Dietrich gleich am Anfang mal verbotenerweise ein Foto machen wollte, folgte uns der Sicherheitsdienst. Er behauptet, dass es an Kommunikationsproblemen lag, doch nach einem Jahr Duolingo ist dies wenig glaubhaft. Die Museen haben aber alle recht viel Personal. Vielleicht wäre uns dieses Level an Betreuung auch so passiert.

Es gab viele alte Wandmalereien und auch der Alltag der Nonnen wurde ein wenig gezeigt. Es war aber auch in spanisch.

Mit einem Uber fuhren wir zurück ins Hotel, wo wir uns kurz ausruhten. Am Abend sind wir noch zu Inka Burger gegangen.

Morgen werden wir schon um 6 Uhr abgeholt und zum Flughafen gefahren. Dann geht es auf die Galapagos Inseln.

Hasta luego!

Tag 15: Mindo

Um 7:45 Uhr gab es heute Morgen Frühstück. An den Nachbartischen saßen Reisegruppen aus Deutschland mit einer interessanten Gruppendynamik. Vor allem Dietrich beobachtete das Ganze mit Interesse.

Als wir zurück in unser Zimmer wollten, bekamen wir die Tür nicht auf. Nach ein paar Minuten in denen wir es verzweifelt versuchten, jedoch nicht unsere Coolness verloren, holte ich Hilfe. Als ich mit der Hilfe zurück kam, war Dietrich im Zimmer.

Um 8:30 Uhr wurden wir abgeholt und zum Bosque Protector Mindo-Nambillo gefahren. Mit einer Gondel konnte man auf die andere Seite der Schlucht überfahren. Als wir ankamen versuchten sie gerade ihren alten Nissan Motor (Baujahr 2002) in Gang zu setzen, der die Gondel antrieb. Es machte nicht den besten Eindruck.

Wir konnten aber einsteigen und waren dann die Ersten auf der anderen Seite. Dort hatte man die Auswahl zwischen zwei Wegen. Wir beschlossen zum Wasserfall “Cascada de la Reina“ zu gehen. Dieser ist wohl der größere der Verfügbaren.

Der Weg dorthin dauerte etwa 50 Minuten und da sich Dietrich mittlerweile in einer ausgezeichneten konditionellen und muskulären Verfassung befindet, war es kein Problem für ihn.

Die ganze Zeit lief auch ein Hund mit uns mit. Er lief immer etwa 10 Meter vor uns und brachte ein besonderes Sicherheitsgefühl mit.

Der Wasserfall war recht schön, vor allem auch, weil man alleine war. Nur auf dem Rückweg sind uns vier Menschen begegnet. Es hatte diesen isolierten Urwaldflair.

Nach der Überfahrt mit der Gondel zum Ausgangspunkt ging es dann weiter mit dem Auto zu einer Schmetterlingsfarm. Es gab eine kurze Einweisung, woraufhin wir zu ihnen gelassen wurden.

Wir hatten den taktischen Fehler gemacht und Insektenschutzmittel wegen der Wanderung getragen. Dies gefällt Schmetterlingen wohl nicht. Wenn man sich etwas Banane auf die Finger schmiert setzen sie sich auch manchmal auf einen drauf. Dieses Kunststück gelang uns manchmal.

Wir liefen noch ein wenig durch die Anlage und aßen dann auch dort zu Mittag. Es war ganz gut.

Gegenüber von der Schmetterlingsfarm war der Einstieg für das Tubing. Es waren etwa sieben zusammengebundene Reifen, in die sich Dietrich, ich und ein Guide hineinsetzten. Der Fluss, in den man dann ging, hatte wenig Wasser, doch viel Strömung und Stromschnellen.

Der Guide war immer halb aus den Reifen draußen und wuchtete sie in eine sinnvolle Richtung. Man wurde ziemlich nass. Es wäre rückblickend auch sinnvoll gewesen, eine Badehose anzuziehen. Besonders clever wäre es gewesen, wenn Dietrich sein Handy aus seiner Hosentasche genommen hätte. Als wir wieder in der Lodge angekommen sind, hatte er zunächst Angst nachzusehen, doch es ist nichts passiert.

Es machte schon Spaß. Es dauerte vermutlich etwa 45 Minuten, bis wir am Ausstieg waren. Von dort fuhren wir zurück zum Hotel. Wir entspannten bis etwa 16 Uhr und starteten dann erneut mit dem Spaziergang, den wir am Vortag aus Angst vor Regen abgebrochen haben.

Er war kürzer als gedacht. Nach 45 Minuten waren wir am Fluss und zurück. Es war ganz schön.

Deshalb hatten wir besonders viel Zeit, um die Tierwelt vor der Lodge zu beobachten. Am knuffigsten war ein Meerschweinchen-ähnliches Tier das Aguti hieß. Die Tiere kommen vermutlich auch deshalb gerne, weil ihnen Futter gegeben wird.

Außerdem gab es wieder einiges an Vögeln zu beobachten. Der stark minderausgeprägte Ornitologe in mir war begeistert.

Um 18 Uhr gingen wir zum Abendessen. Die Preise ließen Dietrich und mich wieder Nudeln auswählen. Wir haben den Verdacht, heute die einzigen Gäste im Restaurant gewesen zu sein.

Es regnete am Abend auch wieder mal stärker, doch uns störte es nicht. Bislang läuft es mit dem Wetter. Der Regen wählt wenig störende Augenblicke.

Morgen fahren wir zurück nach Quito und einen Tag später brechen wir zu die Galapagos Inseln auf.

Hasta luego!

Tag 14: La Mitad del Mundo

Heute gab es Quito wieder das gewohnt gute Frühstück im Hotel. Oliver, unser Fahrer, lies über Telefon mitteilen, dass er sich etwa 15 Minuten verspäten würde. Heute hatte er auch seine Tochter Alisa dabei. Sie ist 18 Jahre alt und macht in den USA nochmal ihren High School Abschluss nach um dann dort zu studieren. Laut Oliver ist Medizin der Favorit, doch nach Fragen von mir, scheint es im Moment noch ein abstrakterer Plan zu sein. Sie ist insgesamt etwas schüchterner.

Die Familiensituation von Oliver ist eh etwas konplexer. Seine Frau lebt mit seiner Tochter in New York, während er mit seinem Sohn in Quito ist. Er war früher bei einer Spezialeinheit der Polizei, von der er jedoch ausgeschieden ist, weil er, wie wir das verstanden haben, von einer kriminellen Organisation bedroht wurde. Die ecuadorianische Regierung macht ihm wohl bei der Ausreise Probleme, weil sie sagen, dass sie seine Ausbildung finanziert haben. Es ist komplex!

Unser Tag startete beim Mitad del Mundo, dem Äquatordenkmal. Wir waren dort, als die Tore geöffnet wurden.

Der Äquator zieht durch mehrere Länder, doch in Ecuador ist man aufgrund der Anden am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt. Man ist wegen der geringeren Gravitation und weil die Erde auch nicht perfekt rund ist auch etwa ein Kilogramm leichter als an den Polen.

Im Denkmal selbst gab es mehrere wissenschaftliche Ausstellungen. Das aktuelle Denkmal wurde vor etwa 40 Jahren gebaut.

Außerdem war natürlich der Breitengrad eingezeichnet, wo man nochmal seine besondere Witzigkeit unter Beweis stellen konnte. Viele Leute die dorthin gekommen sind schienen Humor zu haben.

Ein besonders witziger Fun Fact ist, dass man sich bei der Position des Denkmals vermessen hat. Der eigentliche Äquator verläuft ein paar hundert Meter entfernt. Wir sind dann auch noch dort hingegangen.

Hier gab es eine Führung mit mehreren wissenschaftlichen Demonstrationen. Diese waren recht unterhaltsam, doch auch mit Vorsicht zu genießen.

Eine der witzigeren war als man ein Ei auf einem Nagel balancieren sollte. Dietrich und mir gelang es.

Mit dieser Glanzleistung bekam man eine Urkunde zum “Egg Master“. Dies soll wohl klappen, weil die Corioliskraft sich am Äquator perfekt ausgleicht.

Dieser Effekt ist auch dafür verantwortlich, dass sich Tornados in den USA und Australien in unterschiedliche Richtung drehen. Es wird auch gesagt, dass sich dies auf Abflüsse auswirkt. So wie es hier präsentiert wurde, machte es sich schon bemerkbar wenn man zwei Meter in die jeweilige Hemisphäre bewegt. Daran habe ich gewaltige Zweifel. Der Effekt beruht ja darauf, das die Rotationsgeschwindigkeit eines Punktes von Äquator zu den Polen aufgrund der geringeren Strecke eines Bteitengrads abnimmt, dies sollte bei etwa zwei Metern einen extrem minimalen Einfluss haben. Bei Hurrikanes oder Tornados hängt es ja auch noch mit dem Wind und der Sonneneinstrahlung zusammen.

Ein weiterer Effekt, den sie demonstrieren wollte war, dass man am Äquator schwächer sei, weil man dort leichter wäre. Abgesehen davon, dass auch dieser Effekt auf zwei Meter kaum nachzuweisen wäre, war auch die Beweisführung fragwürdig, weil es demonstriert wurde, indem zwei Menschen Kraft gegeneinander ausübten. Müssten dann nicht aber beide von der Äquatorschwäche heimgesucht werden?

Aber wir standen beide auf dem echten Äquator, was natürlich ziemlich krass war. Es gibt ein Beweisbild.

Uns wurde auch von einem Stamm berichtet, der seine Feinde tötete und dann die Schädel zu Schrumpfköpfen verarbeitete. Ein 170 Jahre altes Exemplar war in der Ausstellung. Diese Praxis existiert heute nicht mehr.

Wenn Dietrich oder ich mal in einer südamerikanischen Wüste und auf der Suche nach dem nächsten High sind, wissen wir jetzt, dass wir den San Pedro Kaktus mehrere Stunden kochen müssen um eine haluzinogene Flüssigkeit zu erhalten. Überdosierungen können tödlich sein.

Nach einem spaßigen Vormittag fuhren wir weiter nach Mindo. Auf dem Weg dorthin hielten wir in Pululahua. Es gab eine schöne Aussicht.

In Mindo angekommen nahmen wir an einer Führung durch eine Schokoladenfabrik teil. Als erstes bekam man eine heiße Schokolade. Diese bestand aus 100% Kakao und hatte nicht den bekannten Nesquick Geschmack. Sie war überhaupt nicht süß.

Man konnte auch die Frucht (das weiße Fruchtfleisch) in roher Form probieren. Es erinnerte ein wenig an Litschi.

Der Prozess von der Pflanze, über die Trocknung zum Mahlen bis hin zur fertigen Schokolade wurde einem genau gezeigt und man konnte es gut nachvollziehen. Der Kakao der in Ecuador angebaut wird ist wohl qualitativ der Hochwertigste, den es gibt. Das war natürlich auch eine Herstellerangabe.

Im Anschluss gab es eine Schokoladenverkostung. Man konnte verschiedene Prozentsätze und verschiedene Zusätze ausprobieren. Die Schokolade hier besteht wohl ausschließlich aus Kakao und Zucker. Sie enthält keine Milch.

Mit fundierten Eindrücken fiel der Einkauf dann auch deutlich leichter. Preislich ist es teurer als Milka.

Im Anschluss sind wir Mittagessen gegangen. Nachdem das erste Restaurant voll war, hatten wir im zweiten freie Tischwahl. Es herrschte kurz Verwirrung, ob und wie wir zu Mittag essen wollten, doch wir fanden eine Linie. Wir hatten beide eine Forelle.

Gegen 15 Uhr trafen wir in unserer Lodge ein. Mindo ist bekannt für Vogelbeobachtung und unter diesem Motto steht auch die Anlage. Wir sahen sehr viele Kolibris. Einen Spaziergang zu einem Fluss in den früheren Abendstunden brachen wir wegen einsetzender Luftfeuchtigkeit ab. Er hat aber Potenzial und vielleicht gibt es morgen einen weiteren Versuch.

Da die Küche lediglich 90 Minuten warmes Essen anbietet war das Zeitfenster für das Abendessen klar. Die Lodge ist etwa 10 Kilometer außerhalb von Mindo und Alternativen sind nicht vorhanden. Dieser unausgeglichene Markt machte sich auch in der Preisgestaltung bemerkbar. Wir hatten beide Nudeln.

Den morgigen Tag haben wir bereits verplant, da wir im Anschluss an die Schokoladenfabrik in einem Reisebüro waren. Wir werden zuerst zu einem Wasserfall fahren, dann eine Schmetterlingsfarm besuchen und zum Abschluss Tubing machen.

Hasta luego!