Tag 3: TeleferiQo

Durch den Jet Lag bedingt waren wir beide um 6 Uhr morgens wieder wach und bereit für den Tag. Weil wir am Vorabend bereits vor 22 Uhr im Bett waren, war es insgesamt eine recht erholsame Nacht. Beim Frühstück testete ich ein paar exotischere Säfte von Obst aus, welches ich nicht kannte und sie waren ganz lecker.

Am Vormittag wollten wir uns die Altstadt anschauen, doch dort musste man ja zunächst hinkommen. Auf Anraten meiner Schwester hatte ich mir Uber runtergeladen und nachdem wir festgestellt haben, dass man in Ecuador nur bar bezahlen kann, funktionierte die App auch. Für 1,60 Dollar wurden wir die etwa 10 Minuten in die Stadt gefahren.

Die Tour begann ab Observatorium. Dieses war am Sonntag jedoch geschlossen. Es folgten ein Park und dann kam die Basilica del Voto Nacional.

Die Kirche selbst ist recht modern und ganz hübsch. Viel cooler waren jedoch die Türme. Über recht wackelige Wege und Leitern konnte man ziemlich weit nach oben und hatte einen spektakulären Blick auf die Stadt.

Dietrich merkte an, dass ihn die Höhenluft beim Erklimmen der Stufen wohl doch zu schaffen gemacht hat. Im Anschluss gingen wir deshalb in ein Cafe auf dem Gelände der Basilica, um zu regenerieren, wo er sich einen Inca Kaffee bestellte. Er hatte zunächst den Verdacht, dass er Rum enthält, doch dieser Verdacht bestätigte sich nicht. Er wird aus Getreide hergestellt und ist entkoffeiniert.

Teil der Tour war auch eine vollständig restaurierte Straße, die “La Ronda“, die einen gewissen Charme hatte. Von dort ging es dann noch zu zwei spektakuläreren Kirchen.

Die erste war ein Kloster, doch das komplette Innere der Kirche war vergoldet. Man durfte jedoch keine Bilder machen. Dies ist die Außenansicht.

Inzwischen war Mittagszeit und wir gingen in die Cafeteria Modelo. Dort aßen wir klassisch ecuadorianisch Empanadas und Tamales. Der Laden war auch brechend voll, vermutlich weil das Essen sehr lecker war.

Das letzte Ziel der Tour war die Compania de Jesus. Bei dieser etwa 400 Jahre alten Kirche hat man auch nicht mit dem Gold gespart und sie war ziemlich beeindruckend. Interessant war auch, dass man in viele Kirchen rein gehen konnte, obwohl dort gerade ein Gottesdienst stattfand.

Da es dann immer noch recht früh war, beschlossen wir mit dem TeleferiQo auf den Berg Volcan Pichincha zu fahren. Es handelt sich um eine Seilbahn, zu deren Ausgangspunkt wir zunächst mit einem Uber fahren wollten, was jedoch nicht klappte weil der Fahrer nicht kam und wir so klassisch ein Taxi wählten.

Die Fahrt mit der Seilbahn dauert etwa 18 Minuten und man macht gute 1000 Meter an Höhe gut. Der höchste Punkt den wir erreicht haben war 4050 Meter hoch.

Von oben bietet sich ein ziemlich grandioser Ausblick auf Quito. Man sieht auch wie hügelig die Stadt ist und wie weit sich alles verteilt hat. Ein paar hundert Meter haben wir uns oben auch bewegt, jedoch schon mit Bedacht, da die Luft noch etwas dünner als in Quito selbst war.

Nach etwas Höhentraining sind wir dann wieder runter gefahren und mit einem Taxi zurück ins Hotel. Dietrich ruhte sich etwas aus, wurde nur geweckt, als er die Paketübergabe für den Freund von Azucena durchführen musste. Jetzt haben wir einen Kontakt vor Ort – für alle Fälle.

Um 18 Uhr sind wir dann noch zum Abendessen raus gegangen. Viele Restaurants haben Sonntags komplett geschlossen und so lief es auf Sandwiches hinaus.

Um 23 Uhr werden wir mit einem Nachtbus nach Lago Agrio fahren, von wo es dann sofort in Richtung Naturreservat Cuyabeno weiter geht, wo wir uns den Regenwald Amazonas anschauen werden.

Hasta Luego!

Tag 2: Otavalo

Die Nacht brachte einige Erkenntnisse. Zum einen liefern die Ohrenstöpsel in Kombination mit Ohropax eine anständige Geräuschisolation von meinem Vater. Für Dietrich ist allerdings noch keine Technik komplett gewachsen. Zum anderen merkt man tatsächlich die Höhenlage. Quito liegt auf 2850 Metern, was sie zur höchsten Hauptstadt der Welt macht und in der Nacht musste ich mehrfach tiefer als sonst Luft holen und auch mein Vater berichtete von ähnlichen Erfahrungen. Über den Tag sollte sich dies auch noch fortsetzen. Jetzt gilt es den Erythrozyten die Zeit zu geben 2,3-Bisphosphoglycerat zu bilden um eine Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve zu erreichen. Der Laie würde Akklimatisation sagen.

Auch den Jet Lag spürte man. Ich wurde um 5:30 Uhr wach und Dietrich konnte seit etwa 1 Uhr morgens kaum noch schlafen. So waren wir recht früh beim Frühstück, welches auch sehr gut war. Der Dresscode variierte von Schlafanzug bis richtiger Anzug, wobei wir mit Jeans im unauffälligen Mittelfeld waren. Wir gaben noch das von Azucena mitgebrachte Päckchen für einen Bekannten an der Rezeption ab und warteten dann um 8 Uhr auf unseren Fahrer.

Der kam auch pünktlich und wir machten uns auf die längere Fahrt nach Otavalo. Auf dem Weg hielten wir zunächst noch bei einem See, wo anscheinend von den indigenen Einwohnern Wettkämpfe geschwommen werden. Manchmal zweifelte ich die Geschichten unseres Fahrers an. So behauptete er, dass im letzten Jahr ein Inder das Rennen gewann, wobei ich es unwarscheinlich finde, dass er für dieses, definitiv nicht weltberühmte, Rennen anreist. Auch die Bahauptung, dass viele Ureinwohner Deutsche heiraten hielt ich für fragwürdig.

Ansonsten zeigte er einen aber gut rum und war nett. Wir hielten auch bei einem Wasserfall, dem “Cascade de Peguche“, wo die Ureinwohner als Beweis ihrer Stärke wohl die ganze Nacht lang drinnen bleiben müssen. Als wir dort waren gab es aber nur Touristen.

Der Weg dorthin führte durch einen schönen Wald. Insgesamt ist die gesamte Region sehr bergig und abwechslungsreich. Ein großes Tageshighlight, war es, als wir zwei Lamas sahen.

Das Wetter ist auch recht angenehm. Es war leicht bewölkt bei etwa 23 Grad. Bei klarer Sicht konnten wir auf der Rückfahrt sogar den Cotopaxi sehen.

Von dem Wasserfall wurden wir dann noch in einen Teppichladen gebracht, wo gezeigt wurde, wie die Produktion funktioniert und das es dort noch alles per Hand gemacht wird. Dies schlug sich auch im Preis nieder und wir gingen ohne etwas zu kaufen.

Um 11:30 kamen wir dann auf dem Markt von Otavalo an. Es ist laut Reiseführer ein großes Highlight und vor allem Samstags gibt es dort viel Kunsthandwerk. Als aller erstes ist uns ein komplettes gegrilltes Schwein ins Auge gefallen.

Auch sonst gab es viele günstige Essensstände. Ich nahm Bratkartoffeln mit Wurst und Ei für 1 Dollar. In verschiedenen Bäckereien wurde dann noch Nachtisch gekauft. Auch das alles war im Dollarbereich.

Ich erstand außerdem ein Wohnacessoir. Es war eine Lamadecke. Sie war vermutlich eher machinell produziert, denn sie kosteten nur einen Bruchteil dessen, was in dem Laden davor veranschlagt wurde. Nachdem wir Leute nach dem Weg fragen mussten, fanden wir auch zurück zu unserem Fahrer und dem vereinbarten Treffpunkt.

Autofahren in Ecuador ist ein bisschen lustig. Geblinkt wird grundsätzlich nicht und Spurwechsel werden sehr dynamisch vollzogen. Ein geschrottetes Auto konnten wir auch bewundern. Bei Restaurants die entlang der Landstraße sind, stehen auch Leute mit roten Fahnen und wedeln diese wie bei einem Autorennen, wo man als uninformierter Mensch von ausgehen könnte, dass es etwas Offizielles sein könnte und sich unbedacht bei einem Mittagessen wiederfindet.

In Quito im Hotel angelangt wollten wir in Otavalo gekaufte SIM-Karten in unsere Handys einsetzen. Auch nachdem ich die Frau an der Rezeption nach Hilfe gefragt habe, hat es jedoch nicht funktioniert sie frei zu schalten. Der finanzielle Verlust war zwar nur 10 Dollar, trotzdem war es ärgerlich. Wir gingen also nochmal vor die Tür und gingen in mehrere Shops, die aber entweder kein vernünftiges Englisch sprachen, oder nicht in der Lage waren SIM-Karten freizuschalten. Schließlich kauften wir in einem Laden neue SIM-Karten und man baute sie uns auch sofort ein. Jetzt sind wir mobil erreichbar.

Nach einer kurzen Pause im Hotel sind wir dann zum Abendessen in das Restaurant Mama Clorinda gegangen. Ich gönnte mir ein halbes Meerschweinchen. Man bekam zum Essen Plastikhandschuhe gereicht und da ich keine sinnvolle Alternativstrategie entwickeln konnte, lief es dann auch darauf hinaus. Am Nachbartisch schaffte es ein Einheimischer mit Messer und Gabel. Die Haut war sehr kross, sonst erinnerte es an gegrilltes Hähnchen. Dietrich hatte eine gemischte Platte, die auch gut war.

So ging ein ereignisreicher Tag zuende. Morgen werden wir uns die Altstadt anschauen und am Abend mit einem Nachtbus in Richtung Amazonas fahren.

Hasta luego!

Tag 1: Ankunft in Quito

Wesentliche Teile des Tages waren ziemlich ereignislos. Der Flug startete pünktlich, doch dauerte dann halt trotzdem einfach 11 Stunden bis nach Panama. Selbst wenn man zwei Filme schaut, bleibt noch viel Zeit übrig. Man hat immerhin zwei Mahlzeiten von der Lufthansa spendiert bekommen, die ganz lecker waren.

In Panama war es Ortszeit zwar erst 17 Uhr, doch die innere Uhr hat bereits den nächsten Tag angebrochen. Nach etwa zwei Stunden Aufenthalt stiegen wir dann in den letzten Flieger des Tages von Copa Airlines. In den zwei Stunden dort hat man noch einen Hamburger bekommen. Mein Vater, der immer mal wieder eingenickt war, wurde von der Landung geweckt. Auch ich schlief auf dem Flug kurz.

Die Einreise war unkompliziert und schnell und auch das Gepäck hatten wir sofort. Dann wurde ein persönlicher Traum war, als ein Fahrer mit einem Schild mit unseren Namen beim Ausgang wartete. Mein Name war zwar komplett verunstaltet, aber egal. Man fühlte sich wichtig.

Die Fahrt in die Stadt dauerte etwa 45 Minuten und am Hotel hatte man bereits einen Umschlag, wo die Buchungsbestätigungen für den Rest der Reise waren. Das Zimmer ist recht schön und jetzt ist nur noch die Frage ob die angepassten Ohrenstöpsel über die Nacht hinweg Dietrich gewachsen sind. Aber ich bin so müde, dass ich optimistisch bin.

Morgen müssen wir schon um 8 Uhr bereit sein, denn dann beginnt die Tour nach Otovalo.

Hasta luego!

Abflug

Um 7:30 wurde ich jäh von meinem Vater geweckt, der schon recht aktiv zu sein schien. Nach einem kurzen Frühstück sind wir mit dem Airliner zum Flughafen in Frankfurt gefahren.

Da wir mit Koffern und nicht mit dem Rucksack unterwegs sind, kann man auch mehr als sonst mitnehmen. Das ist auch nötig, weil man sich auf gefühlt alle Klimazonen die es gibt, einstellen muss. Von moderaten Temperaturen in Quito, über schwül-warmes Wetter im Amazonas, bis hin zu kalten Temperaturen auf 4800 Metern Höhe. Es wird eine Herausforderung, die einen auch beim Packen vor Probleme gestellt hat.

Unser Flug geht über Panama und wir sollten um etwa 21 Uhr Ortszeit in Quito, nach etwa 16 Stunden Flugreise, ankommen.

Hasta Luego!

Vorbereitung

Jetzt sind es nur noch fünf Tage, bis wir nach Ecuador aufbrechen. Wir sind schon ganz aufgeregt. Nachdem wir uns vorgestern schon auf die südamerikanische Küche vorbereitet haben, steht heute nur noch Papierkram an, bevor wir dann mit dem Packen beginnen.

Wir versuchen Euch über die dreiwöchige Reise hier so gut es geht auf dem Laufenden zu halten, auch wenn wir nicht wissen, wie weit der Netzausbau am Amazonas vorangeschritten ist.

Hasta luego! (Bis später!)