Heute klingelte um 6 Uhr der Wecker. Dietrich und ich frühstückten gemeinsam, was wieder nicht ganz ideal getimed war. Ich zog mir das Essen schnell hinein und verlies dann das Hotel und lief zum Tauchanbieter. Unsere Tage verliefen seperat…
Patricks Tag:
Um 7 Uhr traf ich beim Tauchanbieter ein und auch drei andere Leute waren bereits da. Eine Französin stand nicht auf der Liste für die Tauchgänge, was anfänglich für große Verzweiflung sorgte. Am Ende kamen aber alle beim Hafen an. Dort konnte man einen Schwarm Blaufußtölpeln sehen, die alle gemeinsam ins Wasser stürzten und dort Fische jagten. Es war wie eine Schrotflinte bestehend aus Vögeln.

Wir waren insgesamt 10 Taucher und die Französin, die einen Einführungstauchgang machen wollte. Wir fuhren auf einem Segelschiff, dass jedoch ausschließlich durch Motor bewegt wurde.

An Bord wurde dann die Erfahrung abgefragt und da stand ich jetzt nicht total alleine da. Viele waren im einstelligen Bereich was Tauchgänge betraf und hatten die selbe Lizenz wie ich. Die Leute die in die fortgeschrittene Gruppe eingeteilt wurden hatten dann an den Tagen zuvor in Galapagos getaucht.
In meiner Gruppe waren wir zu viert. Eine deutsche Ärztin, die auch mein Buddy war und ein Vater mit ecuadorianischen Wurzeln, der jedoch in Darmstadt wohnt und sein Sohn.
Beim Equipment habe ich dann festgestellt, dass Thailand nun schon mittlerweile drei Jahre her ist. Wie man ganz genau die Schläuche legt und was man nochmal überprüfen muss wusste ich nicht mehr genau. Man half mir aber.

Man ging in ein Schlauchboot, wo man dann auch die Ausrüstung anlegte und dann lies man sich ins Wasser fallen. Die erste Tauchstelle war Seymour. Technisch hatte ich schon das Gefühl die Sache im Griff zu haben. Das Abtauchen erfolgte zwar frei und ohne Seil, doch mit dem Druck hatte ich eigentlich keine Probleme. Während des Tauchgangs sahen wir auch einen Hai, der in einer Felsspalte ruhte und ganz viele Fische.
Spannend wurde es dann, als recht heftige Strömung kam. Man wurde richtig mitgerissen und konnte selbst mit Flossen beim Gegenanschwimmen kaum die Position halten. Es wurde auch immer stärker und erreichte irgendwann den Punkt, wo man selbst wenn man sich an kleineren Felsen, die am Boden lagen, festhielt, nicht mehr die Position halten konnte. Auch der Guide hatte Probleme. Wir brachen den Tauchgang nach etwa 20 Minuten bei einer maximalen Tiefe von 12 Metern dann ab.
Beim Einstieg in das Schlauchboot konnte man dann nochmal seine besondere Sportlichkeit unter Beweis stellen. Gewichte und Sauerstoffflasche legte man noch im Wasser ab und dann warf man sich bauchlängs auf den Rand des Bootes und robte rein, während der Fahrer einem die Flossen auszog.

An Bord gab es ein paar Snacks und dann fuhr man zu Daphne Minor. Die Fahrt dauerte wieder etwa eine Stunde.
Beim zweiten Tauchgang hatte man die Technik dann auch besser im Griff. Ich lies mir mehr Gewichte geben, sodass ich mehr Spiel mit der Luft in der Weste hatte.
Der zweite Tauchgang war auch viel schöner. Man tauchte an einer Felswand die leicht bewachsen war und wo es viele Fische gab. Welche es jetzt immer genau waren kann ich auch nicht sagen. Es gab einen ganz lustigen, der sehr lang und dünn war. Auch etwas, dass man für einen Clownfisch halten könnte, haben wir gesehen. Im Videostudium des Tauchgangs konnten wir auch einen Mantarochen sehen. Live ist er uns aber entgangen. Es ist ein bisschen schade, dass wir keine Schildkröten oder Seelöwen gesehen haben, aber es war insgesamt doch lohnend. Der Tauchgang endete nach 25 Minuten und einer maximalen Tiefe von 20 Metern.
An Bord gab es dann Mittagessen. Es war Thunfisch mit Reis und Gemüse. Alles in allem sehr lecker. Wir fuhren zurück zum Hafen und von dort wieder in die Stadt.

Es gibt einen Punkt, etwa 20 Kilometer von Puerto Ayora wo an jedem Tag das Wetter schlagartig dreht, von Sonnenschein auf Nebel. Es war bislang an jedem Tag der Fall.

Ein witziger Moment kam noch an einer Polizeikontrolle. Ich vermute am Ausgang des Nationalparkgeländes gibt es ein Häuschen, wo in den letzten Tagen jedoch nie ein Polzist drinnen gesessen hat. Heute dann schon. Martin, unser Guide, saß, da das Auto voll war, auf der Ladefläche des Pick Ups. Dies war nicht erlaubt. Er wurde einige Kilometer vor der Stadt einfach zurück gelassen.
In der Stadt versuchte ich dann Kontakt mit meinem Vater aufzunehmen…
Dietrichs Tag:
Nachdem Patrick zum Tauchen gegangen war, suchte ich mir im Lonely Planet ein paar Insel Highlights heraus. Zunächst besuche ich die Charles-Darwin-Forschungsstation, die knapp 15 Minuten außerhalb der Stadt zu Fuß gut erreichbar ist. Auf dem Weg dahin könnte ich einen Seelöwen im Fischgeschäft beobachten.

In der Station werden insbesondere Schildkröten-Aufzuchten gezeigt. Es wurde das Beispiel einer Landschildkrötenart von der Insel Española beschrieben, von denen in den 60ern noch 14 Tiere existierten, davon gerade noch 2 Männchen. Jetzt beträgt der Bestand wieder 2000 Tiere und Pedro, ein strammer Kerl von 100 Jahren, hat 800 Nachkommen.

Es war auch recht putzig, die Gehege mit den Kleinen zu sehen, die dann im Alter von 3-4 Jahren ausgewildert werden…

Anschließend besuchte ich zwei kleinere Strände, wo ich einige Meeresechsen sehen konnte. Dann machte ich noch einen Abstecher zu einer Lagune, die von Mangroven eingesäumt ist.


Gemeinsamer Abend:
Wir trafen uns um 16:45 Uhr wieder am Eingang von unserem Hotel. Wir duschten beide und wollten dann die Videoaufnahmen von meinen Tauchgängen kaufen. Es war mitlerweile bestimmt schon 18 Uhr, doch Martin war offensichtlich noch nicht im Büro angekommen. Die SD-Karte war nämlich noch nicht da.
Dietrich und ich gingen also in der Zwischenzeit zu Abend essen. Er hatte Fish & Chips, ich hatte ein Sandwich.
Um 19:30 Uhr war Martin dann am Shop. Wie ich von ihm erfuhr, musste er den nicht sehr regelmäßigen Bus nehmen. Man hätte ihn natürlich mit dem Auto nochmal einsammeln können.
Mitlerweile ist Dietrich sehr erschöpft und auch ich habe eine leichte Bettschwere. Morgen fliegen wir nach Quito und einen Tag später dann nach Deutschland.
Hasta luego!
Es ist wahnsinnig toll und schön was ihr alles erlebt . Elisabeth ist aber mit Sicherheit sehr froh, wenn sie euch ieder zuhause wohlbehalten drücken kann !
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