Tag 19: Isla Seymour

Der heutige Tag begann um 6 Uhr. Wir aßen schnell Frühstück, was organisatorisch zu optimieren wäre und standen dann kurz vor 7:20 Uhr am vereinbarten Treffpunkt. Sonst war niemand da. Die Stimmung war kurz leicht angespannt, doch dann trafen wir andere Leute, die auch auf dieselbe Tour warteten. Es wurden vom Anbieter drei unterschiedliche Zeiten für den Treffpunkt herausgegeben und der letztlich richtige war dann 7:50 Uhr.

Mit dem Bus fuhren wir dann zum Hafen von Santa Cruz und dann mit der “Queen Karen“ los. Mit uns an Bord war eine deutsche Familie, wo uns vor allem die Mutter als stark lappig aufgefallen ist. Während des üblichen Small Talks fand sie die Gelegenheit uns über jedes Detail ihres unglaublichen Urlaubs aufzuklären, zu erwähnen das Friedrichshafen eine tolle Stadt, ZFG ein toller Arbeitgeber mit guter Bezahlung und generell einfach alles super ist. Ihre Tochter stand vor ein paar Wochen auch in einem Tennisfinale. Sie selbst hatte von der Universität von Georgia ein Tennisstipendium. Dietrich nutzte die Gelegenheit und erzählte, dass er früher beim Katermaran segeln andauernd gekentert ist. Ihrer Tochter wird dies bei der anstehenden Segelfreizeit natürlich nicht passieren.

Das Schiff war sehr schön und auch größer als gestern. In einer Stunde waren wir bei der Isla Seymor angekommen und beim Gang an Land gleich mal fast direkt über einen Seelöwen gefallen, der neben den Stufen lag.

Die Insel war komplett anders als die Isla Bartolome. Hier gab es richtig viele Tiere. Am Anfang dominierten die Seelöwen, wo wir auch einige mit ihren Jungen gesehen haben.

Ein weiteres Highlight war der Blaufußtölpel. Um den Weibchen zu signalisieren was er für ein toller Vater er ist, tut das Männchen seine Füße sexy bewegen, um zu beweisen, dass er auch beim Brüten helfen kann und großes Feingefühl hat.

Eine besonders süße Szene war, als ein Junges nach Essen geschrien und seine Mutter die ganze Zeit angebettelt hat. Sie hatte aber kein Essen.

Wenn gefüttert wird, versuchen andere Vögel auch immer das Essen zu stehlen. Auch das konnte man in Action sehen.

Die Fregattvögel waren auch sehr interessant. In der Paarungszeit plustern sich die Männchen auf und hoffen auf ein Weibchen.

Wenn sich dann ein Weibchen zu ihnen gesellt, fangen sie an ein Nest zu bauen. Die Männchen bringen dann die Zweige und die Frauen bauen sie ein. Erst dann wird sich fortgepflanzt.

Es gab auch einige Echsen auf der Insel. Man merkt einfach, dass hier noch nie Tiere gejagd wurden, denn der Mensch wird nicht als Feind betrachten und alles spielt sich wenige Meter von einem entfernt ab.

Zum Abschluss wurde das ganze noch mit einem Seelöwen abgerundet. Es war nur magisch!

Zurück an Bord gab es Mittagessen. Es war überraschend gut und bestand aus Thunfisch mit Gemüse und Salat. Wir fuhren zu einem Strand auf Santa Cruz, wo wir dann an Land gingen.

Der Strand und die Landschaft waren wie aus einem Werbeprospekt. Es war unglaublich schön. Man konnte auch Spuren von Schildkröten sehen.

Wir sahen auch eine Wasserechse, die im seichten Gewässer schwamm und dann an Land ging. Ein chinesisches Kind, welches Dietrich als verhaltensgestört bezeichnete, verfolgte sie. Es war latent lappig.

Mein persönlicher Favorit waren die Flamingos, die auf der Insel lebten. In einer Art Teich, ein paar Meter vom Meer, standen sie in typischer Flamingoart.

Wir konnten auch noch eine Schildkröte im Wasser sehen. Von Land aus war es jedoch nur halb beeindruckend.

Wir zogen Schnorchelausrüstung an und gingen ins Wasser. Im Vergleich zu gestern hat man jedoch weniger gesehen.

Es gab auch den gelegentlichen Fischschwarm und auch immer mal wieder ein paar größer Fische, doch es war im Vergleich einfach weniger.

Wir verbrachten etwas Zeit im Wasser, bis wir dann wieder zurück an Bord geholt wurden. Der Transport in die Stadt verlief reibungslos und um etwa 16 Uhr waren wir beim Hotel.

Die Neoprenanzüge brachten wir noch schnell zurück und dann wollte ich noch meine Tauchtour fest machen. Es stellte sich jedoch heraus, dass sie nun doch zu einer Stelle fuhren, die Erfahrung erfordert. Das schwulte stark an. Auf dem Weg durch die Stadt fand ich aber noch eine andere Agentur, die auch auf Unerfahrene eingestellt war. Dort werde ich es morgen angehen. Die 20 Dollar Anzahlung werden in den Gesamtkosten des Urlaubs untergehen.

Zum Abendessen kauften wir in einem Supermarkt Käse und Brot. Dietrich gönnte sich eine Flasche ecuadorianischen Wein. Die Auswirkungen auf sein Schnarchverhalten werden sich heute Nacht herausstellen.

Hasta luego!

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