Heute standen wir um 6 Uhr auf. Es gab ein sehr kleines Zeitfenster um Frühstück einzunehmen und das musste genutzt werden. Um 6:30 Uhr war zum Glück schon das komplette Frühstück aufgebaut, sodass wir voll zuschlagen konnten. Eine Viertelstunde später wurden wir dann von unserem Fahrer abgeholt.
Wir fuhren nur ein kurzes Stück, bis wir den Bahnhof Chimbacalle erreichten. Dort stand auch schon der “Tren de los Volcanes“. Das Einchecken hatte schon etwas mehr Aufwand als bei einem normalen Zug. Insgesamt waren wir noch etwas früh dran und schauten uns die verschiedenen Shops am Bahnhof an.

Um kurz vor 8 Uhr stiegen wir dann in den Zug. Leider saßen zwei besonders adipöse Amerikaner mit uns an einem Tisch. Die Frau ließ keinen Augenblick verstreichen, um den Schaffner auf diesen Umstand hinzuweisen. Sie konnten sich noch woanders hinsetzen und Dietrich und ich hatten die Plätze für uns allein.

Die Züge in Ecuador werden ausschließlich für touristische Zwecke verwendet. So fuhr man mit etwa 35 Stundenkilometern die Gleise entlang.

Zunächst fuhr man durch Quito, bis sich dann mehr und mehr Kühe neben der Strecke befanden und die Stadt verlassen wurde. Der Ausblick war sehr schön und man konnte phasenweise auch den Cotopaxi sehen.

Die Strecke führt an der Straße der Vulkane entlang, weshalb es auch sehr bergig war. Zwei Begleitmotoräder fuhren die ganze Zeit mit, um die Bahnübergänge zu sichern und eventuelle Tiere zu verjagen.

Die erste Haltestelle war in Santa Rosa. Dort hatte man 30 Minuten Zeit. Viel zu sehen war in der kleinen Stadt nicht.

Es gab einheitlich gekleidete Menschen die den Stadtpark aufräumten. Wir vermuten, dass sie Sträflinge waren. Dort wurde der Rasen noch mit der Machete gemäht.

Außerdem fanden wir die Supermarktpreise für Bier heraus. Eine Flasche Becks kostet hier einen Dollar.

Die Zugfahrt ging dann eine weitere halbe Stunde weiter, bis wir dann eine weitere Pause in El Boliche machten. Das Gebiet gehört zum Nationalpark Cotopaxi.

Zunächst konnte man ein paar Souvenirs erstehen und dann machte man einen kürzeren Spaziergang. Auf dem Weg sah man einige Alpaccas. Das war der ziemliche Hammer!

Auch sonst war der Wald sehr schön. Der Schaffner der einzelnen Wagons führte seine Passagiere durch die Gegend. So erfuhr man, dass die Pinienbäume, die dort wuchsen, importiert waren.

Wir nutzten die Zeit auch, um einen Tee mit irgendeiner grasartigen Substanz zu trinken. Der war eher wässrig, half angeblich aber gegen die Höhenkrankheit.

Es folgte die letzte Etappe der Strecke. Während der Fahrt wurde durch die Lautsprecher auch immer erklärt, was man sieht. Insgesamt war uns die Müdigkeit jedoch anzumerken und da es auch kein Adrenalin geladenes Spektakel war, nickten wir beide auch kurz weg.
In Machachi angekommen aßen wir im ehemaligen Bahnhofsgebäude zu Mittag. Dietrich gab dem ganzen 3/10 Punkten und war nicht begeistert. Insgesamt wird in der ecuadorianischen Küche selten der Sweet Spot mit dem Salz getroffen. Fleisch ist häufig sehr salzig und alles andere eher ungesalzen. Ich bin auch nicht davon begeistert, dass frischer Koriander so häufig in Gerichten enthalten ist.

Unser Fahrer holte uns dann von Machachi ab und wir fuhren weiter nach Lasso. Dort gibt es nichts, außer das Hotel. Wir sind auch buchstäblich die einzigen Gäste.

Das Zimmer ist sehr schön, nur die Heizmöglichkeiten sind bescheiden. Dafür hat man ein recht anständiges Fernsehprogramm mit diversen Sportsendern. Den Rest des Tages haben wir dann auch nicht mehr viel getan.

Der Fokus lag auf Akklimatisation für die morgen anstehende Bergtour auf den Cotopaxi. Um 19 Uhr waren wir noch im Hotelrestaurant zum Abendessen.

Hasta luego!