Tag 13: Mercado Artesanal La Mariscal

Heute sind wir von Banos zurück nach Quito gefahren. Nach dem Frühstück trafen wir uns wieder mit Oliver und fuhren los. Auf dem Weg hielten wir bei einem ganz netten See. Ansonsten waren es 3:30 Stunden Autofahrt.

In Quito checkten wir wieder in das Hotel Embassy ein. Dietrich sah auf dem Weg einen McDonald’s und wir beschlossen dort zu Mittag zu essen. Der Laden den wir aufsuchten war allerdings nicht der, den er bei der Fahrt durch die Stadt sah, weshalb wir nicht in der Nähe unseres eigentlichen Ziels waren. Die Burger hatten die gewohnte McDonald’s Qualität.

Dann liefen wir zum Mercado Artesenal La Mariscal, einem Markt, wo man Souvenirs kaufen konnte. Dietrich ist nun in Besitz eines schicken Hutes und ich besitze ein Plüsch Alpacca.

Der Markt war insgesamt sehr schön und man konnte entspannt drüber laufen. Daraufhin wussten wir nicht ganz genau, was wir machen sollten. Quito hat nicht so viele Highlights und wir hatten beide nicht wirklich Lust auf ein Museum.

Wir liefen einmal zum Parlamentsgebäude. Dort kamen wir jedoch nicht durch den Eingang. Viele Leute liefen einfach hinein, doch bei uns fragte der Sicherheitsmann nochmal nach. Es war alles nicht ganz klar, doch wir sind dann einfach wieder gegangen.

Wir liefen zum Großen Platz im Stadtzentrum, wo ein Straßenmusiker Dietrich gut gefiel. Er besitzt jetzt auch die CD.

Ich kaufte mir ein Eis von einer Straßenhändlerin. Es kostete nur 50 Cents.

Wir gingen in ein Cafe und aßen Schokoladenkuchen. Von dort beschlossen wir mit einem Uber zu einem Aussichtspunkt zu fahren. Der Transfer klappte gut, die Aussicht war dann nur so mittelmäßig.

Wir liefen zurück zum Hotel und entspannten kurz. Zum Abendessen sind wir zu einem Libanesen, der nur 100 Meter entfernt war, gegangen. Das Essen war lecker. Beim Bezahlen fiel auf, dass Dietrich nicht genug Geld dabei hatte. Ich hatte vertrauensvoll kein Geld mitgenommen. Ich lief also nochmal zurück ins Hotel und löste Dietrich dann aus.

Heute war insgesamt eher entspannter, auch wenn wir einiges an Strecke gelaufen sind. Morgen geht es zum Äquatordenkmal und nach Mindo.

Hasta luego!

Tag 12: Radtour

Heute war ein entspannterer Tag. Um 8 Uhr saßen wir beim Frühstück, was sehr anständig war. Was uns auffällt ist, dass hier wohl sehr viel Essen weggeworfen werden muss. Jeder Tisch bekam eine recht üppige Wurst- und Käseplatte, die man gar nicht komplett essen konnte. Wir gehen mal davon aus, dass der Rest nicht weiterverwertet wird. Bei einem Buffet hätte man wohl weniger Verluste.

Im Anschluss an das Frühstück beschafften wir zunächst frisches Bargeld. Als wir dann zum Fahrradladen gehen wollten, verlor mein Vater ein wenig die Orientierung. Obwohl ich den Sandwichladen “Blah Blah“ sehen konnte, den wir als Orientierungspunkt ausgemacht hatten, vertrat er unverständlicherweise den Standpunkt, dass es sich wohl um eine Kette mit vielen Restaurants in dieser 14000-Einwohner Stadt handeln muss. Unsere kurze Irrfahrt endete in einem Eingeständnis seinerseits. Es war ein legendärer Moment!

Wir fanden den Laden und bekamen unsere Räder. Ich fand meins ganz gut, Dietrich war mit einigen Eigenschaften, wie z.B. der Gangschaltung, nicht zufrieden und bezeichnete es als “Hobel“.

Wir fuhren die Ruta de las Cascadas bis nach Rio Verde. Das war 16 Kilometer entfernt. Ursprünglich war das 61 Kilometer entfernte Puyo geplant, doch weil die Fahrräder nicht ideal waren, nahmen wir davon Abstand.

An einem Wasserfall beschlossen wir wieder mit einer an Drahtseilen befestigten Gondel über die Schlucht zu fahren. Dies war auch heute wieder schön.

An der selben Stelle gab es wieder eine Zip Line. Wir beobachteten es und stellten fest, dass uns das Sicherheitskonzept kaum überzeugte. Während wir gestern mehrfach mit Karabinern mit dem Stahlseil verbunden waren, wurden hier lediglich Seile mit einem Schlitten verbunden. Ich halte es nicht für unmöglich sich durch ruckartige Bewegungen zu befreien. Das Stahlseil war auch nicht gespannt genug, sodass wenn leichtere Personen kamen, sich Angestellte in die Seile hingen um es zu spannen. Ein Kind musste sich mit den Händen sogar die letzten Meter entlang des Stahlseils ziehen.

Wir setzten unsere Fahrt fort und kamen dann irgendwann wieder am “Pailon del Diablo“ an. Dietrich hatte über Nacht recherchiert, dass es Teufelspfanne heißt. Diesmal nahmen wir jedoch einen anderen Weg, mit dem man den Wasserfall von unten betrachten kann. Dies dauerte auch etwas länger.

Unten angekommen war eine Regenjacke keine schlechte Idee, sonst wäre man recht nass geworden. Im Vergleich zu gestern sind wir der Meinung, dass dies der spektakulärere Weg ist.

Von einer Brücke hatte man auch nochmal einen schönen Ausblick von unten. Hier war es auch deutlich weniger voll.

Wir stärkten uns mit frisch gepressten Saft und ich holte mir ein Eis was mich optisch angesprochen hatte. Es waren gefrorene Früchte in einer gefrorenen Flüssigkeit. Es war ganz gut.

Als wir dann wieder zurück nach Banos kommen wollten nahm der Tag einen dramatischen Verlauf. Die Ereignisse lassen sich nicht mehr exakt rekonstruieren, doch ich bin der Überzeugung, den Schlüssel für das Schloss meinem Vater gegeben zu haben. Er kann es zumindest nicht sicher abstreiten. Der Schlüssel war dann nicht mehr da. Nach leicht optimistischen Versuchen meinerseits mit einer Plastikgabel und manuell das Schloss zu knacken und nachdem Dietrich nochmal zurück im Restaurant war um zu schauen, ob er ihm dort aus dem Portmonee gefallen sein könnte, war klar, dass wir Hilfe brauchen würden. Ich ging in ein Restaurant und erläuterte das Problem, in der Hoffnung, dass man uns eine Zange geben würde. Man teilte mir mit, dass man uns helfen würde und etwas später kam jemand mit einem Schlüsselbund mit etwa 30 Schlüsseln. Einer davon passte. Es war auch eines dieser Billigschlösser. Wir bedankten uns und Dietrich gab ihm 5 Dollar.

Wir fanden einen Lastwagen, wo wir unsere Fahrräder reinstellen konnten und wo ein paar Holzbänke auf der Lafefläche standen. Es dauerte etwas bis wir losfuhren und in der Zwischenzeit unterhielten wir uns mit einem Chilenen.

Der südamerikanische Fahrstil ist anscheinend nicht immer der sicherste, denn es gab einen Unfall vor uns. Ich vermute, dass ein PKW auf die Gegenfahrbahn gekommen ist und dort mit einem Lastwagen kollidiert ist. Wir mussten etwa 30 Minuten warten, bis es weiter ging. Das Staumanagement hatte noch Optimierungspotenzial.

In Banos gaben wir die Räder wieder ab und schauten uns nach einem schnellen Mittagssnack eine Kirche an. Diese hatte vor allem einen tollen Garten.

In der Kirche fand gerade ein Gottesdienst statt, der recht anständig besucht war. Wir haben den Eindruck, dass in den Gottesdienst hier viel mehr gepredigt wird und weniger gesungen.

Dietrich entdeckte eine Wandbemalung, die wir als die Anfänge der Zip Line interpretierten. Es war aber auch nicht komplett eindeutig.

Es gab noch ein Museum bei der Kirche. Dieses hatte recht blutige Gemälde von der Kreuzigung Jesus. Außerdem gab es viele Kirchengewänder.

Der Rest war leicht irritierend. Es wurden Schreibmaschienen, Hüte und ausgestopfte Tiere ausgestellt.

Auch die verschiedenen Generationen von Videoabspielgeräten bekamen einen Tisch gewidmet. Zuletzt gab es noch einen Fußballpokal.

Nach dem Museum liefen wir noch durch die Stadt und hielten nach Souvenirs ausschau. Ich bin nun wieder in Besitz einer Sonnenbrille. Obwohl der Reiseführer wenig gutes an der Stadt selbst gelassen hatte, fanden wir sie eigentlich ganz schön. Sie ist einfach eindeutig touristisch, aber auch nicht schlecht.

Am späten Nachmittag gingen wir zurück in das Hotel und etwas später in die Casa Hood zum Abendessen. Dietrich versuchte sein erstes Craft Beer und war zufrieden. Auch das Essen war lecker. Den Tag über hat es immer wieder mal geregnet, aber fast nur wenn wir überdacht waren. Bislang haben wir Glück.

Morgen fahren wir zurück nach Quito.

Hasta luego!

Tag 11: Banos

Der Heizlüfter, den wir gestern Abend noch auf Nachfrage ins Zimmer gestellt bekommen haben, war letztendlich nicht schlecht. Die Temperaturen sanken auf 1 Grad und die Holzwände waren bestimmt keine unglaublich wirksame Isolation.

Beim Frühstück bestand noch kurz der Verdacht, dass ihnen auch die Milch ausgegangen sein könnte, doch irgendwann konnte man doch welche bekommen. Insgesamt ist uns schon aufgefallen, dass man die Organisation der Küche professionalisieren könnte.

Mit dem Auto ging es dann etwa 3 Stunden nach Banos. Die Straße war durchgängig sehr kurvig. Öfters mal waren Hunde auf der Straße, ein paar Schafe kreuzten und einmal ritt auch jemand auf einem Pferd und ein weiteres Pferd lief alleine hinterher.

Im Hotel angekommen gaben wir unsere schmutzige Wäsche ab. Vor allem ich habe die Wetterverhältnisse schlecht eingeschätzt. Für 2 Dollar pro Kilogramm konnten wir unsere Wäschesituation wieder auf Anfang stellen.

Bei Banos gibt es eine extrem spektakuläre Schlucht die sich bestimmt für einige Kilometer zieht. Wir hielten zunächst dort.

Mit einer Art Gondel, die an Drahtseile eingehängt ist, konnte man über die Schlucht auf einen Wasserfall zufahren und kam so dem ganzen ziemlich nah. Man hatte einen sehr schönen Ausblick.

Durch eine sehr verwirrende Straßenführung kam man dann noch zu einem weiteren Wasserfall, dem Pailon del Diablo. Hier war der Andrang auch deutlich größer.

Man musste zunächst über eine Hängebrücke laufen, konnte aber dann den Wasserfall von relativ weit unten beobachten. Es waren schon enorme Wassermengen, die dort durchliefen.

Dann stand noch eine wichtige Frage aus. Sowohl unsere Reisebeschreibung, als auch unser Fahrer haben Zip Lining vorgeschlagen. Als wir dann bei einem Anbieter standen und die Situation ausgelotet hatten, beschlossen wir es auch zu machen.

Nachdem man das Geschirr bekommen hatte, ging es dann los zu ersten Plattform. Ich hatte sowas ja schonmal in Indien gemacht, doch dort “setzte“ man sich quasi nur in seine Sicherungsgurte hinein. Hier fuhr man bauchlängs mit dem Kopf in Fahrtrichtung, was etwas mehr Adrenalin ausschüttete.

Die erste Fahrt führte in eine Felsspalte hinein und das Bremsen war halb manuell und halb durch Federn am Ende der Strecke. Es machte ziemlich Spaß.

Daraufhin lief man über eine Art Brücke über den Abhang zu einer Felswand. Die Trittflächen waren in Schrittabstand.

Der anstrengende Teil sollte noch folgen. Man kletterte die Felswand hoch, wobei Metallstreben in die Wand eingebaut waren. Man war zwar durchgängig gesichert, doch würde ich sagen, gibt es noch bessere Technologie, als die hier verwendete.

Weitgehend senkrecht mit der Laufrichtung verlief das Sicherungsseil und etwa alle 3 Meter gab es einen Stop, wo man im Falle eines Sturzes von seinen Karabinern aufgehalten werden würde. Diese Meter würde man aber auch fallen und dann vermutlich auch noch Bekanntschaft mit der Felswand machen. Dietrich und ich waren uns einig, dass es wohl gut war, dass wir die Sicherung nicht austesteten. In Kletterwäldern habe ich schon Systeme gesehen, die ähnlich wie Sicherheitsgurte im Auto bei Beschleunigung blockieren. Dies wäre womöglich langfristig eine Alternative.

Es folgte eine letzte Zip Line zurück zum Ausgangspunkt. Beim zweiten Mal ist man dann doch etwas entspannter, aber die ersten paar Sekunden haben doch noch eine gesunde Anspannung.

Wenn man am Ziel ankommt fährt unter einem eine Hebebühne hoch und man wird von den Seilen befreit. Nach etwa einer Stunde war so das Event beendet.

Wir fuhren zurück nach Banos und kümmerten uns um Leihfahrräder für den morgigen Tag. Dies gelang uns auch. Da es mitlerweile gegen 15 Uhr war, kümmerten wir uns noch um Mittagessen und aßen je einen Hamburger.

Zurück im Hotel entspannten wir uns kurz. Ich konnte wieder in saubere Klamotten wechseln, als wir nochmal zum Abendessen raus sind. Wir hatten beide Pasta. Die Bedienung hatte eine gewisse südamerikanische Gelassenheit, doch zum Glück hatten wir es ja auch nicht eilig.

Morgen wollen wir mit den Leihrädern eine Tagestour nach Puyo machen.

Hasta luego!

Tag 10: Quilotoa Loop

Auch der heutige Tag begann um 7:30 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück. Nachdem Dietrich noch die Rechnung beglich, fuhren wir los.

In einem Dorf auf dem Weg fand heute ein Markt statt. Wir hielten dort kurz an und liefen einmal darüber. Da es extrem viele Obststände gab, wollte ich mir eine Banane kaufen. Am Ende hatte ich für 1 Dollar gleich etwa fünfzehn Bananen gekauft. Dies sollte sich noch als kluger Schachzug herausstellen.

Auf der etwa zweistündigen Fahrt nach Quilotoa machten wir noch Halt bei einer Schlucht. Diese war ziemlich beeindruckend.

Desweiteren machten wir halt bei einem indianischen Künstler. Wenn man seinen Postern glauben kann, hatte er auch mal eine Ausstellung in Bonn gehabt. Viele Bilder hatten Naturmotive, es wurden aber auch Barack Obama, sowie der 11. September behandelt. Interessant waren auch die verschiedenen Masken, die, wie uns unser Fahrer erklärte, bei manchen Festen, wie z.B. dem Stadtgeburtstag von Quito, getragen werden.

Nach einer sehr kurvigen Fahrt kamen wir dann in Quilotoa an. In einem Vulkankrater ist mittlerweile ein großer See.

Wir beschlossen den Kraterrand zu umrunden, was sich schlussendlich als deulich anstrengender als gedacht herausstellte. Was wir nämlich nicht in letzter Konsequenz bedacht hatten, war, dass es nur Auf- oder Abstiege gibt, jedoch kaum ebene Stellen.

Am Anfang konnte man den Ausblick noch genießen, doch auch extrem starker Wind machten es zu einer sehr anstrengenden Angelegenheiten. Zum Glück hat mir der Fahrer seine Sonnenbrille geliehen, denn sonst hätte ich unentwegt Sand in die Augen bekommen.

Nach zwei Stunden hatten Dietrich und ich dann den höchsten Gipfel unseres Lebens erklommen. Mit 3930 Metern war es der Monte Juyende. Es kamen uns auch zwei Franzosen aus der entgegengesetzten Richtung entgegen, die für die Strecke 3:30 Stunden gebraucht haben. Das machte uns etwas Sorgen.

Wir setzten die Strecke dann weiter fort und mit jedem Gipfel wurde die Anstrengungen größer. Die tolle Aussicht konnte nur am Anfang entschädigen. Die Bananen, die ich am Morgen gekauft hatte, wurden wichtiger Energielieferant.

Dietrich stieß ziemlich an seine Grenzen und wir legten regelmäßige Pausen ein. Auch mir fiel es, vor allem ganz am Ende, irgendwann schwieriger.

Wir brauchten 6:20 Stunden, bis wir die Umrundung abgeschlossen hatten. Gegen Ende waren wir auch immer auf der Suche, ob es nicht einen Weg gibt, der die Höhe hält und man nicht jeden Gipfel mitnehmen muss. Manchmal hatte es Erfolg.

Wir fuhren dann noch etwa 45 Minuten bis nach Chugchilan in das Hotel “Mama Hilda“. Wir bekamen unser Zimmer gezeigt und ich ging schnell unter die Dusche. Währenddessen wurde uns ein neues, etwas besseres Zimmer zugeteilt. Ich räumte also nach meiner Dusche wieder meine Sachen zusammen und wechselte das Zimmer.

Es gab dann noch Abendessen im Hotel. Ihnen ging sowohl Bier, als auch Cola aus. Es gab also gewisse Lücken in ihrem Getränkemanagement. Morgen fahren wir dann nach Banos weiter und haben vermutlich einen entspannteren Tag. Jetzt sind wir ziemlich erledigt.

Hasta luego!

Tag 9: Cotopaxi

Der Tag startete um 7:30 Uhr mit einem ziemlich epischen Frühstück. Es gab Obst mit Müsli, Rührei und Brötchen. Gut gestärkt begannen wir dann um 8 Uhr die Reise.

Die Frage des Outfits hat uns die Tage zuvor vor große Rätsel gestellt. Die richtige Balance zu finden zwischen Sportlichkeit und Wärme war schwierig. Mit Zweifel im Herzen brachen wir auf.

Auf einem Parkplatz trafen wir dann Rigo, unseren Guide für den Aufstieg. Mit dem Auto fuhren wir zur ersten Hütte nach dem Eingang auf 3700 Meter Höhe. Dort tranken wir beide erstmal einen Koka-Tee, weil er angeblich gegen die Höhenkrankheit hilft und wir jede Hilfe in Anspruch nehmen wollten.

Rigo erklärte auch immer mal wieder etwas. So stieg 2015 Rauch aus dem Vulkan auf und er und seine Familie wurden für drei Monate aus Angst vor einem richtigen Ausbruch evakuiert. Teilweise war er jedoch auch schwer zu verstehen, denn wenn er manchmal auf Englisch nicht weiter wusste, redete er einfach auf Spanisch weiter. Er war aber sehr nett.

An dieser Informationshütte konnte man sich auch einen Stempel in seinen Reisepass machen lassen, was wir auch taten. Der praktische Nutzen ist eher begrenzt.

Die Straße nach oben ist irgendwann einfach nur noch eine Schotterpiste. An manchen Engstellen blieben manche Autos auch stecken.Während man auf 4600 Meter hoch fährt, kommt man auch durch die verschiedenen Vegetationsebenen. Während am Anfang noch Bäume wachsen, werden es irgendwann nur noch Gräser und dann hört es komplett auf.

Auf dem Parkplatz kamen dann gewisse Schwächen in meinem Outfit zum Vorschein. Rigo half mir mit einer Sonnenbrille, einem Tuch und Handschuhen aus. Es wurde dadurch auch ziemlich stylisch.

Obwohl der Aufstieg zu einer Hütte lediglich 200 Meter waren, war es extrem anstrengend. Man merkt wie die Herzfrequenz überdurchschnittlich ansteigt und man doch etwas weniger leistungsfähig ist.

Alle paar Meter wurde eine kleine Verschnaufpause eingelegt, ehe es weiter ging. Durch den starken Gegenwind mussten wir auch den sandigeren, steileren und direkten Weg gehen.

Es dauerte eine Stunde bis wir oben an der Hütte ankamen. Dort war man dann aber auch ziemlich stolz. Die Hütte lag auf 4864 Metern und damit auch höher, wie z.B. der Mont Blanc.

Wir hatten auch unglaubliches Glück mit dem Wetter. Der Gipfel war die meiste Zeit wolkenfrei, was wohl in der Regel nicht der Fall ist.

In der Hütte trank ich eine heiße Schokolade, während Dietrich einen weiteren Koka-Tee trank. Er ist der Meinung, dass dies der Grund war, dass er beim Abstieg lediglich einmal gestürzt ist, während es mir viermal passiert ist. Wir blieben jedoch unversehrt.

Nach dem Abstieg fuhren wir noch zu einer Lagune, die im Nationalpark war. Nach dem Cotopaxi war das dann natürlich ein kleineres Highlight.

Wir fuhren zurück in die Stadt und trafen dort unseren Fahrer wieder. Mit ihm gingen wir dann in ein Restaurant zu Mittag essen. Die Fruchtsäfte hier in Ecuador sind in der Regel ziemlich magisch.

Zurück im Hotel waren wir dann ziemlich erschöpft und ließen den Tag eher ruhig ausklingen. Zum Abendessen gönnte ich mir nochmal richtig und schaffte es auch nicht komplett.

Morgen fahren wir zur Quilotoa Lagune. Dort soll es wohl auch sehr schön sein.

Hasta luego!

Tag 8: Tren de los Volcanes

Heute standen wir um 6 Uhr auf. Es gab ein sehr kleines Zeitfenster um Frühstück einzunehmen und das musste genutzt werden. Um 6:30 Uhr war zum Glück schon das komplette Frühstück aufgebaut, sodass wir voll zuschlagen konnten. Eine Viertelstunde später wurden wir dann von unserem Fahrer abgeholt.

Wir fuhren nur ein kurzes Stück, bis wir den Bahnhof Chimbacalle erreichten. Dort stand auch schon der “Tren de los Volcanes“. Das Einchecken hatte schon etwas mehr Aufwand als bei einem normalen Zug. Insgesamt waren wir noch etwas früh dran und schauten uns die verschiedenen Shops am Bahnhof an.

Um kurz vor 8 Uhr stiegen wir dann in den Zug. Leider saßen zwei besonders adipöse Amerikaner mit uns an einem Tisch. Die Frau ließ keinen Augenblick verstreichen, um den Schaffner auf diesen Umstand hinzuweisen. Sie konnten sich noch woanders hinsetzen und Dietrich und ich hatten die Plätze für uns allein.

Die Züge in Ecuador werden ausschließlich für touristische Zwecke verwendet. So fuhr man mit etwa 35 Stundenkilometern die Gleise entlang.

Zunächst fuhr man durch Quito, bis sich dann mehr und mehr Kühe neben der Strecke befanden und die Stadt verlassen wurde. Der Ausblick war sehr schön und man konnte phasenweise auch den Cotopaxi sehen.

Die Strecke führt an der Straße der Vulkane entlang, weshalb es auch sehr bergig war. Zwei Begleitmotoräder fuhren die ganze Zeit mit, um die Bahnübergänge zu sichern und eventuelle Tiere zu verjagen.

Die erste Haltestelle war in Santa Rosa. Dort hatte man 30 Minuten Zeit. Viel zu sehen war in der kleinen Stadt nicht.

Es gab einheitlich gekleidete Menschen die den Stadtpark aufräumten. Wir vermuten, dass sie Sträflinge waren. Dort wurde der Rasen noch mit der Machete gemäht.

Außerdem fanden wir die Supermarktpreise für Bier heraus. Eine Flasche Becks kostet hier einen Dollar.

Die Zugfahrt ging dann eine weitere halbe Stunde weiter, bis wir dann eine weitere Pause in El Boliche machten. Das Gebiet gehört zum Nationalpark Cotopaxi.

Zunächst konnte man ein paar Souvenirs erstehen und dann machte man einen kürzeren Spaziergang. Auf dem Weg sah man einige Alpaccas. Das war der ziemliche Hammer!

Auch sonst war der Wald sehr schön. Der Schaffner der einzelnen Wagons führte seine Passagiere durch die Gegend. So erfuhr man, dass die Pinienbäume, die dort wuchsen, importiert waren.

Wir nutzten die Zeit auch, um einen Tee mit irgendeiner grasartigen Substanz zu trinken. Der war eher wässrig, half angeblich aber gegen die Höhenkrankheit.

Es folgte die letzte Etappe der Strecke. Während der Fahrt wurde durch die Lautsprecher auch immer erklärt, was man sieht. Insgesamt war uns die Müdigkeit jedoch anzumerken und da es auch kein Adrenalin geladenes Spektakel war, nickten wir beide auch kurz weg.

In Machachi angekommen aßen wir im ehemaligen Bahnhofsgebäude zu Mittag. Dietrich gab dem ganzen 3/10 Punkten und war nicht begeistert. Insgesamt wird in der ecuadorianischen Küche selten der Sweet Spot mit dem Salz getroffen. Fleisch ist häufig sehr salzig und alles andere eher ungesalzen. Ich bin auch nicht davon begeistert, dass frischer Koriander so häufig in Gerichten enthalten ist.

Unser Fahrer holte uns dann von Machachi ab und wir fuhren weiter nach Lasso. Dort gibt es nichts, außer das Hotel. Wir sind auch buchstäblich die einzigen Gäste.

Das Zimmer ist sehr schön, nur die Heizmöglichkeiten sind bescheiden. Dafür hat man ein recht anständiges Fernsehprogramm mit diversen Sportsendern. Den Rest des Tages haben wir dann auch nicht mehr viel getan.

Der Fokus lag auf Akklimatisation für die morgen anstehende Bergtour auf den Cotopaxi. Um 19 Uhr waren wir noch im Hotelrestaurant zum Abendessen.

Hasta luego!

Tag 7: Rückkehr in die Zivilisation

Mit heftigen Schlafdefiziten in die Nacht zu starten, hat auch den Vorteil in dieser Nacht dann gut zu schlafen. Um 6 Uhr weckte mich dann jedoch Dietrich, da wir um 6:30 Uhr zu einer weiteren Vogelbeobachtung aufbrachen.

Gleich am Anfang konnten wir ein paar Fledermäuse erkennen, die an einem Ast hingen. Sie schienen zu schlafen.

Immer mal wieder haben wir im Laufe der Reise versucht einen Delfin zu fotografieren, doch das war extrem schwer. Sie tauchen immer nur kurz auf und das nur alle paar Minuten und dann muss man die Kamera etwa auf die richtige Stelle halten. Doch heute morgen hatten wir Glück und einen reviertreuen Delfin gefunden.

Ansonsten gab es wieder Affen und Vögel, wie auch an den Tagen zuvor. Gegen 8 Uhr waren wir dann wieder an der Lodge.

Nach dem Frühstück mussten wir unsere Sachen packen und um 10 Uhr starteten wir dann das erste Teilstück unserer Rückfahrt nach Quito. Es dauerte etwa 2:30 Stunden, bis wir wieder am Ausgangspunkt des Flusses waren.

Abgesehen von einem kurzen Landgang als Toilettenpause gab es lange nichts Erwähnenswertes. Die Fahrt verlief ohne große Entdeckungen.

Irgendwann stießen wir dann auf das Boot, was unser Gepäck transportierte. Der Motor ging nicht mehr an. Benito, unser Fahrer, kletterte rüber und machte irgendwas am Motor. Er ging zwar immer mal wieder aus, doch unser Gepäck kam an.

Schnell wurde uns ein Mittagessen verabreicht und dann ging es mit dem Bus zwei weitere Stunden nach Lago Agrio weiter.

Es gab auch eine interessante Liebesgeschichte in der Lodge. Einer der Guides, Abby, hatte eine deutsche Freundin. Sie war 20 Jahre alt, seit zwei Monaten in Ecuador und machte ein Gap Year. In dieser Zeit fand sie wohl die Liebe und pendelte jetzt mit ihm zwischen Urwald und Lago Agrio. Sie arbeitet aber nicht im Camp sondern fuhr quasi immer nur mit ihm mit. Lago Agrio wird im Reiseführer als eine kriminelle Stadt mit viel Prostitution und Drogen beschrieben, wo man nur für die Touren einen Fuß reinsetzen sollte. Ob man da dann langfristig glücklich wird, wird nur die Zeit beantworten. Sie stiegen in Lago Agrio dann zumindest zusammen aus dem Bus und gingen zu seiner Wohnung.

Am Flughafen sprang ich dann aus dem Bus und holte Essen, während Dietrich Plätze im neuen Bus sichern sollte. Während ich delikate Sandwiches zurück brachte, sicherte Dietrich Plätze in der letzten Reihe, die man nicht nach hinten stellen konnte. In Momenten wie diesen hätte ich dann schon sein A-Game erwartet. Er gab dann aber eine glaubhafte Erklärung, dass er noch das Gepäck verstauen musste und dass wir die letzte Gruppe waren, die angekommen war, aber vielleicht war es auch nur eine schamerfüllte Ausrede.

Um 15:30 Uhr begann dann eine 7-stündige Fahrt nach Quito. Es war mäßig spannend. Manche Menschen mit innerer Hitze hatten auf über 2500 Metern das Busfenster auf, weshalb es recht kühl wurde. Als eine auf 20 Minuten angekündigte Pause sich dann auf eine Stunde ausdehnte wurde die Stimmung etwas angenervter. Ich nutzte die Zeit für einen Outfitwechsel.

Um 23 Uhr waren wir dann im Hotel in Quito und um Mitternacht bettfertig. Morgen müssen wir auch wieder um 6 Uhr aufstehen, von daher wird es eine kurze Nacht.

Hasta luego!

Tag 6: Dorfbesuch

Der Tag begann um 6:30 Uhr mit einer Bootstour, um Vögel zu beobachten. Ich konnte in der Nacht fast gar nicht, Dietrich nur schlecht schlafen. Eine genaue Ursachenforschung steht noch aus.

Am Anfang sahen wir ein Faultier, dass jedoch nur im Baum hing. Es machte seinem Namen alle Ehre.

An Vögeln war vor allem der Tucan sehr beeindruckend. Er hatte einen langen Schnabel und war blau gefärbt.

Zuletzt sahen wir auch noch einen kleinen Affen, der “Pocketmonkey“ genannt wurde. Er kletterte einen großen Baumstamm hoch.

Um 8:30 Uhr zum Frühstück waren wir dann wieder zurück bei der Lodge. Dort hatten wir dann noch einen kurzen Aufenthalt, bis wir dann um 10 Uhr zu einem indigenen Dorf aufbrachen.

Auf der kurzen Fahrt dorthin kam dann noch ein Highlight: ein aktives Faultier. Es kletterte zum Wasser, trank etwas und kletterte dann wieder bedächtig den Baum hoch. Das war extrem magisch.

Es gibt insgesamt vier Kommunen, die hintereinander am Fluss ihre Dörfer haben. In einem Dorf leben etwa 30 Leute. Man merkt, dass die Zivilisation dort langsam ankommt. So gab es Sonnenkolektoren und Satelitenschüsseln. Mobilfunkmasten gab es jedoch auch hier nicht.

Die Häuser waren aus Holz und auf Stelzen gebaut. Abgeschlossen war, mit Ausnahme des Lagers für das Bier, nichts. Es gab viele Hühner und Hunde. Auch ein Fußballstadion mit Tribüne hatte das Dorf.

Wir liefen durch das Dorf und unser Guide zeigte uns die verschiedenen Pflanzen. Mit einer konnte man sich bemalen. Auch Zuckerrohr konnte man als Snack essen.

Ansonsten machte es nicht den Eindruck, als handelte es sich um industrielle Landwirtschaft. Die Obstbäume standen eher frei verteilt in der Gegend herum.

Es gab noch ein ziemlich beeindruckenden Baum mit extrem ausufernden Wurzeln, der auch ziemlich hoch war. Es war insgesamt auch weniger schlammig. Unser Guide meinte auch, dass der Boden hier anders sei als bei unserer Lodge. Es sei deutlich sandiger, weshalb auch etwas andere Sachen hier wachsen.

An Fauna haben wir noch einen Schmetterling gesehen, der wie eine Eule aussah. Auch der war schön.

Wir gingen wieder ins Dorf und man zeigte uns, wie man Yucca Brot herstellt. Rosalie, eine, Dorfbewohnerin, ging mit uns und einer Machete zu einer Pflanze, man riss sie raus und schälte dann die “Wurzeln“.

Dann wurde die Knolle gerieben und das Wasser heraus gepresst. Dann hatte man eine trockene mehlartige Masse.

Diese wurde dann einfach in eine “Steinpfanne“ geschüttet und wie ein Pfannkuchen gebacken. Gegessen wurde es dann mit Guacamole oder Marmelade.

Auch ich habe ein Brot gebacken. Es war ziemlich hammermäßig!

Die Dorfbewohner managen auch den Tourismus im Regenwald. So werden alle Boote von ihnen an die Anbieter vermietet, wohl auch, um einen Überblick über die Besuchermengen zu haben.

Dann ging es zurück zur Lodge. Ich versuchte etwas zu schlafen und um 16 Uhr brachen wir wieder mit dem Boot zur großen Lagune auf. Drei Spanier, die sich generell durch eine gewisse Lappigkeit auszeichneten, hatten ihr Fernglas vergessen, weswegen wir nochmal kurz zurück fahren mussten.

Auf der Fahrt waren wir schlangenmäßig wieder sehr erfolgreich. Wir sahen gleich zwei. Eine hat sich auch ins Wasser fallen lassen und ist dann weggeschwommen.

Auch einen truthahnartigen Vogel konnten wir erkennen. Der war eher herausstechend.

Ein weiterer spektakulärer Vogel war ein Tigervogel. Die Maserung hatte gewisse Ähnlichkeiten.

Nach zwei Stunden waren wir dann bei der Lagune angekommen. In der Trockenzeit ist dort wohl kaum Wasser drin.

Auf einem Ast war ein kaum zu erkennender Baby-Vogel. Seine Maserung war exakt wie die Baumrinde. Seine Mutter kommt dann immer mal wieder vorbei und füttert ihn.

Ein paar Helden, wie auch ich, sprangen ins Wasser und schwammen etwas herum. Das war schon leicht magisch mal im Regenwald geschwommen zu sein.

Bei der Rückfahrt war es bereits dunkel und deutlich mehr Insekten waren unterwegs. Weil man auch sehr schnell fuhr, war man gewissermaßen unter Dauerbeschuss. Mit Taschenlampen versuchten wir Kaymane zu entdecken. Unsere österreichischen Mitstreiter entdeckten auch einen. Ich sah ihn auch und Dietrich lies zumindest seine Augen in der richtigen Ecke streifen, von daher hat er ihn bestimmt auch gesehen, nur nicht erkannt. Er tauchte dann aber auch wieder schnell unter Wasser.

Nach dem Abendessen gingen wir beide noch duschen um die Insektenleichen zu entfernen und morgen wird dann die Rückreise in die Zivilisation angegangen.

Hasta luego!

Tag 5: Dschungelwanderung

Heute war der erste wirklich ausgeschlafene Morgen in Ecuador. Dietrich weckte mich um 8 Uhr und eine halbe Stunde später gab es Frühstück. Es gab Rührei, Toast und Ananas. Dann wurde das weitere Tagesprogramm besprochen. Wir bekamen mit Romolu einen neuen Guide.

Wir starteten um 10 Uhr mit einem Motorboot flussaufwärts und wechselten dann in ein Paddelboot. Mit diesem fuhren wir dann fast 3 Stunden wieder zurück.

Dann konnte man wieder viele krasse Tiere sehen. Schon recht früh kam eine etwa 4 Meter lange Anakonda, die sich auf Blättern sonnte. Man konnte jedoch immer nur einen Teil der Schlange sehen.

Es kamen auch wieder mehrere Affen zum Vorschein. Eine größere Horde von Kapuzineräffchen sprang die Baumgruppen entlang und war sehr unterhaltsam.

Wir haben auf der Fahrt auch noch eine weitere Schlangenart und zwei weitere Anakondas gesehen. Die letzte war eine Babyanakonda. Um die Schlangen vernünftig zu sehen musste man immer halb ins Gebüsch am Uferrand rein fahren, doch dieses Opfer war es einem Wert.

Auch verschiedene Vögel konnte man sehen. Mehrere Eisvögel und auch Vögel, deren Name wir nicht kennen.

Die letzte Etappe musste ich dann paddeln und wir kamen leicht erschöpft wieder an der Lodge an. Dadurch das die Paddel aus Holz waren, waren sie schwerer und auch obwohl es nicht besonders viel Strecke war, spürten sowohl Dietrich, als auch ich die Anstrengung in den Armen.

Das Mittagessen war wieder ganz lecker. Es gab Suppe, Rindfleisch und Maniok in Frittenform. Danach konnten wir kurz ausruhen.

Um 16:30 Uhr startete dann eine Wanderung durch den Regenwald. Diese war ziemlich krass. Am Anfang erklärte der Guide kurz was zum Regenwald und dann war die Tour ziemlich interaktiv. Am Anfang zeigte er uns Blätter, die Farbpigmente enthielten und die die Hand blau färbten, wenn man sie zerrieb. Einem Mädchen färbte er auch eine Strähne blau.

Dann lernten wir die Ahoi Brause des Regenwaldes kennen. Wenn man seine Zunge auf spezielle Amaisen drückte, schmeckten sie sauer. Dietrich und ich probierten das auch beide aus.

Romolo war auch ziemlich witzig drauf. So lies er sich von einer Amaise beißen, die sich dann mit ihren Haken in seinem Finger festkrallte. Wenn man an ihr zog bekam man sie auch nicht wieder los. Bei einer amderen Amaisenart, die bestimmt 1 Zentimeter groß war, machte er es jedoch nicht, vermutlich auch, weil sie Haluzinogene enthielt.

Auch haben wir den Verdacht, den Ursprung von Weihrauch gesehen zu haben. Einen der Bäume namens Copal konnte man anzünden und der typische Weihrauchgeruch verbreitete sich. Es brannte auch sehr langsam ab. Schamanen haben es wohl auch schon für ihre Zwecke verwendet.

Ein ohnehin erfolgreicher Schlangentag setzte sich auch fort. Wir sahen zwei weitere Schlangen. Die erste war etwas dicker und lag in den Blättern.

Letztere wurde von Dietrich erspäht, der sie zunächst für ein Seil hielt und erst nach näherem Betrachten feststellte, dass es sich um eine Schlange handelte. Nachdem sie von sieben Taschenlampen angeleuchtet wurde schlängelte sie sich von dannen.

Auch die indigene Küche konnte man sehen. So gab es einen extrem stacheligen Baum, der als Reibe verwendet wurde und eine Baumrinde die exakt wie Knoblauch schmeckte.

Spinnen und Schmetterlinge waren auch ein paar zu sehen. Es war bereits stockdunkel als wir wieder bei der Lodge waren. Obwohl wir bestimmt nie weit von ihr entfernt waren, konnte man sich jedoch kaum orientieren. Man brauchte schon einen Guide.

Zum Abendessen gab es Hühnchen mit Reis und Obst, welches wohl einheimisch war. Wir saßen noch kurz bei Österreichern aus der Gruppe, bevor wir den Abend abschlossen. Ich konnte sogar mit warmen Wasser duschen.

Hasta luego!

Tag 4: Fahrt in den Regenwald

Die Fahrt im Nachtbus war wenig spaßig. Auch wenn es nur etwa 300 Kilometer waren, dauerte die Fahrt 8 Stunden. Die Straße war mal mehr und mal weniger gut befestigt und man kam wenig erholt in Lago Agrio um etwa 7 Uhr morgens an. Ich vermute etwa 2 Stunden geschlafen zu haben, Dietrich wohl gar nicht.

Dann musste man weitere 3 Stunden totschlagen. Insgesamt kann man sagen, dass der Reiseverlauf nicht ideal kommuniziert wurde. In dieser Zeit aßen wir Frühstück und ein Amerikaner saß bei uns. Dietrich diskutierte Flüchtlingspolitik und Gesundheitssystem mit ihm aus. Das Frühstück war in Ordnung.

Es gab viele Touranbieter und in regelmäßigen Abständen kam einer von ihnen durch das Restaurant und fragte, ob man zu ihm gehöre. Irgendwann fanden auch wir unsere Person, mussten jedoch noch länger warten, bis unsere Fahrt losging.

Um etwa 10 Uhr war es dann soweit, doch die Fahrt war nur von kurzer Dauer. Ein paar Minuten später waren wir am Flughafen von Lago Agrio und warteten dort bestimmt eine weitere Stunde bis es dann von dort weiter ging.

Es folgten zwei weitere Stunden Fahrt bis wir am Ausgangspunkt des Flusses waren. Man kann zusammenfassend sagen, dass der Nachtbus eher ein Fail war. Durch die langen Wartezeiten brachte es nichts, da man nicht früher da war und man hätte erwägen können mit dem Flugzeug zu kommen.

Am Ausgangspunkt angekommen hat man erstmal Mittagessen bekommen. Das war ganz gut und das Gepäck wurde auf die Boote verladen.

Dann fuhr man mit dem Boot den Cuyabeno, einen Fluss der später mal in den Amazonas mündet, entlang. Um einen herum ist es extrem grün und ziemlich urwaldig.

Man kann verschiedene Tiere sehen. Häufig haben wir Affen gesehen. Diese waren auch ziemlich aktiv drauf, sprangen zwischen den Bäumen umher und wirkten zufrieden. Feinde haben sie nur, wenn sie ins Wasser fallen oder manche Schlangen.

Wir konnten auch verschiedene Vögel und Schmetterlinge sehen, deren Namen habe ich jedoch vergessen. Man muss aber schon nach den Tieren Ausschau halten. Ein Highlight waren auch die rosafarbenen Delfine. Die Farbe konnte man nicht wirklich erkennen, da man nur kurz ihre Schnauze sehen konnte als sie auftauchten. Aber wir glauben mal dem Guide.

Gegen Ende des Trips konnte man auch ein Faultier im Baum sehen. Es war nicht sonderlich aktiv und wirkte nicht so, als ob unsere Präsenz es irgendwie interessieren würde.

Die letzte halbe Stunde wurde dann mit maximaler Geschwindigkeit zur Lodge gefahren. Diese ist ziemlich schick. Es ist eine Lichtung wo mehrere Holzhütten stehen. Diese bieten jedoch nur Schutz vor Regen, denn sie sind nicht von der Außenwelt abgeschlossen. In der Hütte sind zwei Betten mit Mosquito-Netzen.

In der Zwischenzeit war es schon dunkel geworden und es stand noch ein Nachtspaziergang auf dem Programm. Dieser war ein ziemliches Highlight. Obwohl es den ganzen Tag lang nicht geregnet hatte, war es so nass, dass man teilweise bestimmt 25 Centimeter in den Boden eingesackt ist. Für diesen Zweck hat man auch Gummistiefel geliehen bekommen. Es ist halt auch einfach ein krasses Gefühl durch einen richtigen Urwald ohne befestigte Wege zu laufen.

Tiere konnte man mit der Taschenlampe nicht viele erkennen. Wir haben eine Echse, ein paar Spinnen und einen Tausendfüßler gesehen. Letzteren hatte ich sogar auf meiner Hand. Als er sich gefährlich nah an meinen Sweatshirt-Ärmel machte, fiel er mir jedoch hin.

Gegen 8 Uhr gab es dann Abendessen. Es bestand aus Suppe, einem Hähnchengericht mit Popcorn und Bananenchips, sowie einem Pfannkuchen als Nachtisch.

Nun sind wir nach dieser kurzen Nacht zuvor sehr erschöpft. Morgen stehen weitere Dschungelaktivitäten an. Man hat hier auch kontuinuierlich Tiergeräusche.

Hasta Luego!